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14. April 2024

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Finanzbildung als eigenes Schulfach

Finanzbildung als eigenes Schulfach© pexels/cottonbro

Drei Viertel der ÖsterreicherInnen fordern im Umfrage Finanzbildung als Schulfach. In Veranlagung wird primär auf Gold und Anleihen gesetzt. Gestiegenes Zinsumfeld lässt zudem alte Sparklassiker neu aufleben.

(red/mich) Mit Beginn des heurigen Schuljahres (2023/2024) traten neue Lehrpläne in Kraft, wo nun auch erstmals der Finanzbildung eine wesentliche Rolle im Unterricht gewidmet wird. Wie eine aktuelle, repräsentative Integral-Umfrage im Auftrag der Erste Bank zeigt, würden drei Viertel der ÖsterreicherInnen Finanzbildung sogar als eigenes Unterrichtsfach ansehen. „Ein bedeutender Schritt für die finanzielle Bildung in Österreich“, so Gerda Holzinger-Burgstaller, CEO der Erste Bank Österreich.

Österreicher setzen auf Sparkonto, Wertpapiere und Gold
Die Erste betreibt mit dem Financial Live Park (FLiP) bereits länger eigene Veranstaltungs- und Lehrräumlichkeiten zum Thema Finanzen im Bildungsbereich (economy berichtete). Im Jänner 2023 wurden hier auch die damals neuen Lehrpläne von Bundesminister Martin Polaschek vorgestellt. „Die Nachfrage nach finanziellem Wissen ist riesig. Das sehen wir nicht nur am Feedback der LehrerInnen, sondern auch am Enthusiasmus der Kinder und Jugendlichen während der Führungen“, unterstreicht Holzinger-Burgstaller.

Die Entwicklung bei den Zinsen unterstützt Sparklassiker wie Sparkonto oder Bausparvertrag, diese befänden sich weiter im „Zinsaufwind“, das zeige die aktuelle Spar- und Kreditprognose der Erste Bank. Waren es im Vorjahr noch 50 Prozent, greifen heuer bereits 60 Prozent auf das Sparkonto zurück. Der Bausparvertrag wird von 39 Prozent (Q3/2022: 32) genutzt. Generell sparen die Österreicher im 12-Monats-Trend wieder eifriger. Die Zahl jener, die keine Geldanlage planen ist mit 15 Prozent deutlich zurückgegangen (davor 22 Prozent).

Lebensversicherungen und Pensionsvorsorgen und Gold
Die gestiegene Ansparfreude zeigt sich auch bei alternativen Veranlagungsformen. Insbesondere Wertpapiere (36 Prozent) verzeichneten einen starken Beliebtheitsanstieg. Im Detail zeigen sich allerdings Unterschiede: Während Fonds (25) und Aktien (21) im Jahresvergleich leicht zulegten, stiegen Anleihen (15 Prozent) vergleichsweise stärker in der Gunst der heimischen Anleger und das auch, weil die Zinswende gestiegene Renditen am Anleihenmarkt bedeutete.

Deutlich an Beliebtheit gewann auch Gold (26 Prozent). Laut Erste Group Research war und ist das maßgeblich auf das gestiegene geopolitische Risiko durch den Krieg im Nahen Osten zurückzuführen. Ebenso gesucht sind Veranlagungsformen mit langen Laufzeiten wie Lebensversicherungen (32) und Pensionsvorsorgen (31 Prozent). Gestiegen ist auch die durchschnittliche Veranlagungssumme, um rund zehn Prozent auf 7.500 Euro. Im Vergleichszeitraum Q3/2022 betrug dieser Wert noch 6.800 Euro.

Jede/r Zweite unter 30 Jahren plant eine größere Investition
Die Umfrageergebnisse zeigen zudem, dass 37 Prozent der in Österreich lebenden Personen größere Anschaffungen planen und dabei sticht insbesondere die Altersgruppe unter 30 heraus. Hier hat fast jede/r Zweite eine größere Investition in Planung. Bei der Finanzierung möchten drei Viertel eigene Ersparnisse verwenden, 14 Prozent Bankkredit oder Bauspardarlehen.

Immerhin acht Prozent setzen auf Freunde oder Familie und sieben Prozent wollen sich privat Geld leihen. Wenn per Bankkredit oder Bauspardarlehen finanziert wird, ist die durchschnittliche Kreditsumme im Vergleich zum dritten Quartal des Vorjahres von 112.500 Euro auf 101.800 Euro gesunken. Das ist ein Minus von zehn Prozent.

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red/mich, Economy Ausgabe Webartikel, 08.01.2024