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14. April 2024

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Datengestützte Ökonomie in Zeiten multipler Krisen

Datengestützte Ökonomie in Zeiten multipler Krisen© pexels/markus spiske

Ökonom Clemens Fuest vom deutschen ifo Institut erörtert bei Veranstaltung von ÖAW und Statistik Austria Chancen und Nutzen von Big Data angesichts globaler Spannungen. Aktuell beleuchtet das ifo Institut die deutsche Wirtschaft.

(red/rucz) In den letzten Jahren hat die Wirtschaftsforschung zahlreiche neue Datenquellen erschlossen und vernetzt, die oft unter dem Stichwort "Big Data" zusammengefasst werden. In Zeiten wirtschaftlicher Krisen und wachsender Volatilität hat die zeitnahe Verfügbarkeit und Vernetzung ökonomischer Daten besondere Bedeutung.

Globale wirtschaftliche Verflechtungen
Die nächste Lecture von Österreichischer Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und Statistik Austria am Donnerstag, den 5. Oktober in Wien stellt nun die Nutzung solcher Daten sowie die Anforderung an Qualität und Verfügbarkeit in den Fokus. Welchen Beitrag sie angesichts der globalen wirtschaftlichen Verflechtungen leisten können, erläutert der Wirtschaftswissenschaftler Clemens Fuest in seinem Vortrag zum Thema "Big Data Economics in Zeiten multipler Krisen".

Fuest ist Präsident des deutschen ifo Instituts – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München sowie Direktor des Center for Economic Studies (CES), Geschäftsführer der CESifo GmbH und Professor für Volkswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Umfassende Forschungsarbeiten mit Daten von Statistikinstitutionen
Die ÖAW-/Statistik Austria Lectures beleuchten Trends und Fragen angewandter Statistik im Kontext mit gesellschaftlichen Herausforderungen. Durch die Intensivierung des Dialogs sollen Wissenschaft und Statistik Austria wichtige Impulse bekommen, um so die empirische Forschung am Wissenschaftsstandort Österreich zu stärken.

Bei den einzelnen Terminen werden internationale Gastvortragende umfassende Forschungsarbeiten mit Daten von Statistikinstitutionen beziehungsweise Innovationen in der Statistik vorstellen. „Big Data Economics in Zeiten multipler Krisen". Österreichische Akademie der Wissenschaften (OeAW), Festsaal, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2 in 1010 Wien am 5. Oktober 2023 um 18:00 Uhr.

ifo Geschäftsklimaindex geht leicht zurück
Das ifo Institut erhebt unter anderem regelmäßig die Stimmung in der deutschen Wirtschaft – und die ist aktuell angespannt. Der sogenannte ifo Geschäftsklimaindex ist im September neuerlich gefallen. Die Unternehmen waren wiederum weniger zufrieden mit den laufenden Geschäften. Die deutsche Wirtschaft tritt auf der Stelle, der Pessimismus für die kommenden Monate nahm jedoch leicht ab.

Die Experten des ifo-Instituts beleuchten in ihren Erhebungen auch die einzelnen Branchensegmente. Im Verarbeitenden Gewerbe etwa ist der Geschäftsklimaindex leicht gestiegen. Die Unternehmen waren mit der aktuellen Geschäftslage etwas zufriedener. Die Erwartungen verschlechterten sich minimal. Der Auftragsbestand ging weiter zurück.
Angespannte Situation in Baubranche

Im Dienstleistungssektor war das Geschäftsklima zum sechsten Mal in Folge rückläufig. Dies war auf eine merkliche Verschlechterung der aktuellen Lage zurückzuführen. Die Umsätze entwickelten sich schwächer als in den Vormonaten. Die Erwartungen konnten leicht zulegen, sind jedoch weiterhin von Skepsis geprägt.

Im Handel ist der Index gestiegen. Dies war auf weniger pessimistische Erwartungen zurückzuführen. Die Händler waren jedoch weniger zufrieden mit den laufenden Geschäften. Und im wichtigen Bauhauptgewerbe ist der Geschäftsklimaindikator auf den niedrigsten Wert seit Januar 2009 gefallen. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Geschäftslage nochmals schlechter. Der Ausblick auf die kommenden Monate bleibt äußerst pessimistisch.

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red/rucz/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 03.10.2023