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20. Juli 2019

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Flächendeckende Initiative im Pflegebereich

Flächendeckende Initiative im Pflegebereich© Bilderbox.com

Land und Arbeitsmarktservice Niederösterreich investieren über sieben Millionen Euro für 400 zusätzliche Ausbildungsplätze in Pflegeversorgung. Gezielte Schwerpunktsetzung für die Bereiche Diplomierte Pflege, Pflegefachassistenz und Pflegeassistenz.

Gesundheit und Pflege sind neben Arbeit und Beschäftigung zwei zentrale sozial- und gesellschaftspolitische Themen im größten Österreichischen Bundesland. Aktuell sinkt die Arbeitslosigkeit und die Beschäftigung steigt, gleichzeitig gibt es in einigen Segmenten einen Mangel an qualifizierten Fachkräften und dazu gehört auch der Pflegebereich. Verstärkt wird die Situation durch die demografische Entwicklung, alleine über die letzten 30 Jahre ist die Lebenserwartung der Menschen um elf Jahre gestiegen.

Regional verteiltes Maßnahmenpaket
Um auf diese Entwicklungen entsprechend zu reagieren, werden nun seitens Land und AMS Niederösterreich 400 zusätzliche Ausbildungsplätze bereitgestellt. Die dafür nötigen Finanzmittel kommen mit 3,5 Millionen Euro vom Landesbudget und 3,8 Millionen Euro vom AMS NOe. „Eine Bedarfserhebung hat gezeigt, dass es sowohl im diplomierten Bereich, als auch in der Pflegefachassistenz und in der Pflegeassistenz einen Mehrbedarf gebe“, so Johanna Mikl-Leitner, Landeschefin von NOe, anlässlich der Vorstellung der Initiative.
Die einzelnen Maßnahmen betreffen den Bereich der diplomierten Gesundheits- und Krankenpflege, wo die derzeit 222 Plätze an den Standorten St. Pölten, Krems und Wiener Neustadt ab Herbst dieses Jahres auf 300 Ausbildungsplätze angehoben werden. Das Angebot der Pflegefachassistenz wird ab Herbst auf 350 Plätze pro Jahr erweitert. Im Bereich der Pflegeassistenz werden im Zuge der bereits bestehenden Programmlinie „AQUA“ („Arbeitsplatznahe Qualifizierung“) zusätzlich 140 Personen ins Programm aufgenommen und „das bereits ab diesem Frühjahr“, so die Landeshauptfrau.

Heimhilfe-Ausbildung auch in landwirtschaftlichen Fachschulen
Aus Sicht von Mikl-Leitner schaffe das neue Maßnahmenpaket eine Win-Win-Situation für alle Betroffenen: „Zum ersten für jene, die in den Pflegebereich gehen wollen und hier eine sehr gute Zukunftsperspektive vor sich haben. Zum zweiten für alle Pflege- und Betreuungszentren und Kliniken, den mobilen Bereich und die privaten Pflegeheime, denn wir qualifizieren hier Kräfte, die sofort gebraucht werden. Und zum dritten für die niederösterreichischen Landsleute, die auf Pflege angewiesen sind, denn sie können sich auch in weiterer Zukunft darauf verlassen, dass sie gut gepflegt werden“, unterstreicht die Landeschefin.
Ein weiteres Segment betrifft die landwirtschaftlichen Fachschulen, wo ab dem kommenden Schuljahr eine Heimhilfe-Ausbildung angeboten wird und das „ermögliche einen raschen Einstieg in den Pflegeberuf“, sagt Christiane Teschl-Hofmeister, zuständige Landesrätin in NOe. „Weiters werden wir an vier Standorten die Pflegeassistenz-Ausbildung anbieten und das ist primär auch für junge Menschen in den ländlichen Regionen eine gute Möglichkeit für eine gute Ausbildung zuhause vor Ort“, so Teschl-Hofmeister weiter.
„Der Bedarf an Fachkräften im Pflegebereich nimmt zu, deswegen reagieren wir mit dieser gemeinsamen Initiative von AMS und Land Niederösterreich. Insgesamt werden dann über Mithilfe des AMS NOe jährlich 1.045 Menschen für den Pflegeberuf qualifiziert“, ergänzt Sven Hergovich, Geschäftsführer des AMS NOe.

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red/mc, Economy Ausgabe Webartikel, 25.01.2019