Unabhängiges Magazin für Wirtschaft und Bildung

12. Juni 2024

Search form

Search form

Flächendeckende Kinderbetreuung als österreichweites Vorzeigeprojekt

Flächendeckende Kinderbetreuung als österreichweites Vorzeigeprojekt© NLK Filzwieser

Land Niederösterreich weitet Betreuung für Kleinstkinder aus. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner unterstreicht Fokus auf wohnortnahe Unterstützung für berufstätige Eltern. Parteiübergreifende Anerkennung bei Präsentation mit Städteverband und Gemeindebund.

(red/mich/cc) Die Unterstützung von berufstätigen Eltern in der Betreuung von Kindern gilt als zentrales Element in der regionalpolitischen Arbeit von Bundesländern. Niederösterreich war hier im Bundesländervergleich schon bisher beispielgebend und forcierte neben den klassischen Kindergärten bereits früh auch individuelle Kinderbetreuungsangebote wie Tagesmütter und -Väter, Nachmittagsbetreuung oder Ferienbetreuung.

Bereits bisher die höchste Betreuungsdichte in ganz Österreich
98,3 Prozent der Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren besuchen bereits jetzt eine institutionelle Kinderbetreuungseinrichtung in Niederösterreich – das ist die höchste Betreuungsdichte in ganz Österreich. Auch bei den Null- bis Zwei-Jährigen werden bereits jetzt viele Kinder betreut. In den letzten Jahren wurden dafür über 200 Kleinkindgruppen geschaffen, wo über 3.000 kleinste Kinder betreut werden können, so die bei der Präsentation skizzierten Zahlen.

„Das Thema Kinderbetreuung zählt zu den wichtigsten Anliegen der Familien, weil vor allem professionelle Betreuung und Entlastung der Eltern notwendig ist, damit sie ihrer Arbeit nachgehen können“, betont Johanna Mikl-Leitner, Landeshauptfrau (ÖVP). „In Summe betreuen wir erstmalig über 70.000 Kinder in institutionellen Einrichtungen, um die Eltern zu entlasten, um Familie und Beruf leichter vereinbaren zu können“, so die Niederösterreichische Landeschefin.

Parteiübergreifende Unterstützung für ÖVP-geführte Landesregierung und einstimmiger Beschluss
Um den Eltern ein wohnortnahes Betreuungsangebot auch für Kleinstkinder flächendeckend anzubieten, werden in Summe 750 Millionen Euro investiert. 400 Millionen kommen direkt vom Land Niederösterreich und 350 Millionen Euro von den Städten und Gemeinden. Die Initiative wird parteiübergreifend unterstützt, der Beschluss in der ÖVP-geführten Landesregierung erfolgte einstimmig auch mit Zustimmung der anderen Parteien. Bei der Präsentation waren Christiane Teschl-Hofmeister (SPÖ), NÖ-Landesrätin sowie Matthias Stadler (SPÖ), Vorsitzender des NÖ-Städtebundes und Johannes Pressl (ÖVP) als Präsident des NÖ-Gemeindebundes anwesend.

„Bei Investitionen in die Bildung und in die Kinderbetreuung sind die Gemeinden und Städte immer verlässliche Partner. Deshalb war es klar, dass die Städte auch dieses Projekt unterstützen“, sagte Matthias Stadler auch als Bürgermeister von St. Pölten. „Wir sind uns in den Gemeinden bewusst gewesen, dass es notwendig ist, die Kinderbetreuung weiter auszubauen“, ergänzt Johannes Pressl, NÖ-Gemeindebund Präsident und Bürgermeister (ÖVP) im niederösterreichischen Ardagger.

Wahlfreiheit für zusätzliche Betreuungsmöglichkeiten als Partner der Familien
Investiert wird nun primär in weitere personelle Ressourcen und in die Infrastruktur. Berechnungen im Vorfeld zeigen, dass es bis zu 600 zusätzliche Gruppen und damit dann auch 600 weitere Elementarpädagogen sowie rund 1.800 unterstützende BetreuerInnen braucht. Die Niederösterreichische Landesregierung setzt dabei auch auf Maßnahmen, um das Arbeitsumfeld der Pädagogen zu verbessern, Stichwort zukunftsfitte Infrastruktur und entsprechende Investitionsanreize.

Weiters könne man bereits im letzten Ausbildungsjahr Jobzusagen machen und angehenden PädagogInnen bezahlte Praktika anbieten. „Wir sehen uns als Partner unserer Familien und möchten den Eltern eine Wahlfreiheit für zusätzliche Betreuungsmöglichkeiten anbieten“, erläutert NÖ-Landeschefin Johanna Mikl-Leitner weitere Beweggründe der neuen blau-gelben Betreuungsoffensive für Österreichs größtes Bundesland.

Links

red/mich/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 13.01.2023