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20. September 2021

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Industrie reduziert Forschungsausgaben

Industrie reduziert Forschungsausgaben © Pexels.com/Tomas Ryant

Die Coronakrise bremste bei vielen Industrieunternehmen die Ausgaben für Forschung. Besonders die Autobranche kürzte Investments und selbst die Pharmabranche verringerte Ausgaben, so eine aktuelle Studie des ifo-Instituts.

(red/mich) Die Unternehmen in der Industrie haben im Corona-Jahr 2020 weniger für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Demnach sank der Anteil auf 3,2 Prozent vom Umsatz, verglichen mit 3,5 Prozent im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019. Insbesondere in der Autobranche sank der Anteil von 6,9 auf 4,8 Prozent. Das geht aus einer neuen Umfrage des ifo Instituts hervor. Selbst die ansonsten forschungsintensive Pharmabranche kürzte die Ausgaben, von 7,2 auf 7,0 Prozent vom Umsatz.

Gegen den Trend
„Verstärkt wurde der Rückgang dadurch, dass gleichzeitig der Umsatz in vielen Branchen sank“, erläutert Klaus Wohlrabe, Leiter der Umfragen beim ifo Institut. Umgekehrt setzen aber zahlreiche Unternehmen auch während der Krise auf Forschung und Entwicklung. „Es gibt einen Lichtblick: Der Anteil der Firmen mit Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung ist immerhin von 65,8 auf 68,6 Prozent aller Unternehmen gestiegen“, bestätigt Wohlrabe.

Anteil der Beschäftigten in Forschung und Entwicklung
Parallel zurückgegangen ist der Anteil der Beschäftigten in Forschung und Entwicklung. Über alle Branchen hinweg reduzierte er sich von 4,9 Prozent im Schnitt der Jahre 2016 bis 2019 auf 4,2 Prozent im vergangenen Jahr. Spitzenreiter ist hier die Pharmabranche mit 12,8 Prozent 2020, allerdings nach 15,1 Prozent im Schnitt der Vorjahre. Die Gesamtzahlen verbergen große Unterschiede in den einzelnen Branchen. In der Chemie etwa legte der Umsatzanteil der Forschung von 4,0 auf 4,7 Prozent zu, detto im Textilgewerbe von 2,1 auf 4,8 Prozent. Im Maschinenbau sank er dagegen von 4,2 auf 4,1 Prozent.

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red/mich, Economy Ausgabe Webartikel, 12.03.2021