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14. April 2024

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Fachkräftemangel in Österreich auf neuem Höchststand

Fachkräftemangel in Österreich auf neuem Höchststand© pexels/cottonbro

Schwierige Rekrutierungslage auf Arbeitsmarkt schwächt Wirtschaft. Knapp 90 Prozent der heimischen Unternehmen haben Probleme bei Findung geeigneter Fachkräfte, so Erhebung von EY.

(red/czaak) Der Mangel an Fachkräften begleitet Unternehmen bereits länger, der heimischen Wirtschaft fehlt es bereits seit einigen Jahren branchenübergreifend an qualifiziertem Personal. Schon letztes Jahr erreichte der Fachkräftemangel einen Höchststand und auch heuer klettert er weiter in die Höhe. 87 Prozent der befragten Unternehmen geben in einer Erhebung des Beraters EY an, dass sie zu wenige neue und vor allem ausreichend qualifizierte Mitarbeiter finden.

Fast 220.000 Arbeitsstellen unbesetzt
Die gute Entwicklung des heimischen Arbeitsmarkts macht die Suche nach Fachkräften noch schwerer. Über das gesamte letzte Jahr gerechnet lag die Arbeitslosenquote bei 6,3 Prozent, laut Arbeitsministerium der niedrigste Wert seit 2008. Einen neuen Rekord gab es auch bei auch bei der Anzahl der offenen Stellen. Laut Statistik Austria waren im letzten Herbst 218.100 Arbeitsstellen nicht besetzt – ein deutlicher Hinweis auf den sich verschärfenden Fach- und Arbeitskräftemangel.

Laut Eigeneinschätzung der befragten Betriebe gilt das auch in diesem Jahr. 67 Prozent der österreichischen Unternehmer sehen den Mangel als enormes Risiko für die Zukunft des Betriebs (2022: 61 Prozent). Nur rund jedem achten Mittelständler (13 Prozent) fällt es nach eigenen Angaben derzeit leicht, Fachpersonal zu finden. Zu Beginn der Erhebungen 2014 meinten immerhin noch 30 Prozent der Befragten, keine größeren Schwierigkeiten beim Einstellen von Fachkräften zu haben.

Die Auswirkungen auf einzelne Branchensegmente
Besonders die Branchen Transport, Verkehr und Energie haben mit Rekrutierungsschwierigkeiten zu kämpfen. 89 Prozent geben hier an, „sehr schwer“ oder „eher schwer“ Fachkräfte zu finden. Ebenso stark betroffen ist der Gesundheitssektor (91), gefolgt von der Industrie (89) und dem Tourismus (95 Prozent). Für die Studie „Beschäftigung und Fachkräftemangel in Österreich“ der Prüf- und Beraterorganisation EY wurden österreichweit über 600 Verantwortliche von mittelständischen Unternehmen mit 30 bis 2.000 MitarbeiterInnen befragt.

„Der Fachkräftemangel stellt alle anderen unternehmerischen Herausforderungen in den Schatten. Die Problematik hat sich immer mehr verschärft und ist heuer so virulent wie noch nie“, sagt Erich Lehner, Managing Partner Markets bei EY Österreich, und verantwortlich für den Bereich Mittelstand. „Kleine wie große Betriebe erleiden dadurch auch Umsatzeinbußen und das bremst die Wirtschaftsdynamik ordentlich ab“, betont Lehner.

Positive Arbeitsmarktimpulse versus geringes Beschäftigungswachstum
Im Kontext mit der Corona-Krise und dem Auslaufen der diversen Maßnahmen ist der 2021 gemessene Aufschwung wieder zurückgegangen. Nur mehr jeder fünfte Betrieb (21 Prozent) in Österreich will in den kommenden Monaten zusätzliche Beschäftigte einstellen. 2022 waren es noch 26 Prozent. 15 Prozent der Unternehmen planen Stellenstreichungen. Dieser Anteil ist nun auf den höchsten Stand seit Jahresbeginn 2009 gestiegen.

Bei den geplanten Neueinstellungen führen die Betriebe aus Wien (32 Prozent), vor der Steiermark (29) und Niederösterreich (26). Am wenigsten neue Arbeitsplätze sind im Burgenland (9 Prozent) geplant.
Generell gestaltet sich der Fachkräftemangel auch wirtschaftlich herausfordernd. Mehr als die Hälfte aller Unternehmen (51 Prozent) verzeichnet dadurch bereits Umsatzeinbußen. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 39 Prozent. Jeder sechste heimische Betrieb beklagt sogar erhebliche Umsatzeinbußen von über fünf Prozent.

Die Situation in den Bundesländern
Besonders leidet der Umsatz im Transport- und Energiesektor (64 Prozent), im Gesundheitsbereich (59) und im Finanz- und Dienstleistungswesen (54). Auch die Tourismusbranche verliert Umsätze (50 Prozent), weil es an geeignetem Personal fehlt. Betrachtet man den Mangel in den einzelnen Bundesländern, dann haben Betriebe in Niederösterreich die größten Probleme Fachkräfte zu finden, vor Oberösterreich, der Steiermark und Vorarlberg.

Am besten ist die Situation noch in Salzburg und in Wien, aber auch hier klagen mehr als 30 Prozent über große Schwierigkeiten. „Der Fachkräftemangel wird zum größten Risiko für Unternehmen und ist für viele Unternehmen bereits existenzbedrohender als die Energiekrise. Hundertausende Arbeitskräfte fehlen in vielen Sektoren. Eine Lösung für dieses Phänomen zu finden, wird zu den wichtigsten Aufgaben der kommenden Jahre gehören“, resümiert Erich Lehner von EY Österreich.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 14.02.2023