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27. Mai 2022

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Coronawelle drückt Erwartungen von Deutscher Wirtschaft

Coronawelle drückt Erwartungen von Deutscher Wirtschaft© Pexels.com/Nicola Barts

Die Stimmung in deutschen Unternehmen hat sich verschlechtert. Exporte sollen langsamer zulegen. Dienstleister und Einzelhandel trifft neue Coronawelle besonders hart, so aktuelle Erhebungen des deutschen ifo-Instituts.

(red/cc) Im Bereich der exportorientierten Industrie musste die standortpolitisch besonders wichtige deutsche Automobilindustrie zuletzt einen kräftigen Dämpfer verkraften. Es werden zwar weiter zusätzliche Aufträge aus dem Ausland erwartet, aber deutlich weniger als noch im Vormonat gedacht. Ähnliches gilt für die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen. Mit einem leichten Rückgang rechnen auch die Hersteller von Textilien, Nahrungsmitteln sowie Druckerzeugnissen. Im Maschinenbau verbesserten sich hingegen die Erwartungen.

Die Stimmung unter den Unternehmen hat sich zum Jahreswechsel generell eingetrübt. Die verschärfte Pandemielage trifft besonders konsumnahe Dienstleister und Einzelhandel hart. Der regelmäßig erhobene Geschäftsklimaindex des Münchner ifo-Instituts ist im Dezember gefallen. Die Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage weniger gut. Auch der Pessimismus mit Blick auf das erste Halbjahr 2022 nahm zu.

Verarbeitendes Gewerbe, Handel und Baubranche 
Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Index nach zuletzt fünf Rückgängen in Folge wieder gestiegen. Dies ist auf einen deutlich gestiegenen Auftragsbestand zurückzuführen. Etwas eingetrübt wird die Lage durch Lieferengpässe bei Vorprodukten und Rohstoffen. Regelrecht eingebrochen ist das Geschäftsklima im Dienstleistungssektor und das gilt vor allem für Tourismus und Gastgewerbe.

Ebenso schlechter ist das Klima im Handel. Der Erwartungsindikator fiel hier auf den niedrigsten Stand seit letztem Januar. Der Großhandel sieht sich vergleichsweise besser gerüstet wie der Einzelhandel. Verschlechtert hat sich das Geschäftsklima auch im Baugewerbe, hier nahm auch der Pessimismus mit Blick auf die kommenden Monate merklich zu, so die ifo-Experten.

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red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 11.01.2022