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20. Februar 2020

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Bootsbau in der fünften Generation

Bootsbau in der fünften Generationpiqs.de/myfotoart

Bootswerft in der Wachau setzt auf die traditionelle Holzzille.

Seit dem Jahr 1862 designt und baut das Familienunternehmen Meyer in Aggsbach Markt Boote nach Maß. Mittlerweile ist mit Christopher Meyer, einem Absolventen der HTL St. Pölten, die fünfte Generation am Ruder. „Seit 1997 arbeite ich im Betrieb mit, habe im Bootsbau begonnen und schließlich den Dienstleistungs- sowie Servicebereich ausgebaut“, berichtet er dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Mit sieben Mitarbeitern erwirtschaftet der Betrieb pro Jahr einen Umsatz von rund einer Million Euro.

Arbeits- und Freizeitboote
„Die klassische Holzzille erlebt in den letzten Jahren eine Renaissance“, berichtet Meyer. „Sie ist eben das Freizeitboot auf der Donau und auf den Seen. Wir bauen heute kaum noch Zillen zum Rudern“, sagt er, „sondern mit Verbrennungs- oder Elektromotoren. Bei den Polyesterzillen haben wir uns auf den Bau von Fischerbooten spezialisiert, die wir im Baukastensystem anbieten.“
Neben Freizeitbooten baut die Werft Arbeitsboote. Damit beliefert sie unter anderem den Niederösterreichischen Landesfeuerwehrverband, die Österreichische Wasserrettung und das Bundesheer. Aber auch die zwei Rundfahrboote der Seegrotte Hinterbühl wurden von den Meyers gebaut. Und selbst in Bayern sind in Boote aus Aggsbach Markt bei Feuerwehren im Einsatz.

Drei Standbeine
Neben der Produktion unterhält die Werft auch einen Wartungs- und Reparaturdienst. In den mittlerweile sechs Winterlagerhallen überwintern ab Mitte November im Schnitt 120 Boote mit einer Länge bis zu 14 Metern, bis im April die Sportbootsaison wieder beginnt. Als drittes Standbein setzt das mehr als eineinhalb Jahrhundert alte Unternehmen auf den Handel mit Booten.
„Jedes Jahr verlassen zwischen 20 und 30 Boote unsere Werft, davon stammt die Hälfte aus Eigenproduktion“, berichtet Meyer. Die Finanzkrise bekäme man vor allem bei den Arbeitsbooten zu spüren. Neubauten werden weniger geordert, dafür mehr Boote repariert. Alles in allem sei man aber auf dem richtigen Weg. „Wir punkten mit Qualität, Flexibilität und damit, dass wir niemals auf unsere Wurzeln vergessen haben.“

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NOE-Wirtschaftspressedienst/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 21.10.2015