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07. Dezember 2021

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Steigende Beschäftigung versus steigender Materialmangel

Steigende Beschäftigung versus steigender Materialmangel© Pexels.com/Ivan Samkov

Die aktuellen Erhebungen des ifo-Institut zeigen beim Thema Jobs den stärksten Aufwärtstrend seit 2018. Parallel erhöht sich für die deutsche Industrie das Problem im Bereich Materialmangel und Transport.

(red/czaak) Die deutschen Unternehmen stellen immer mehr neue Mitarbeiter ein. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im September auf den höchsten Wert seit Oktober 2018 gestiegen. Die fortschreitenden Öffnungen in vielen Branchen sorgen für einen ständigen Anstieg der Beschäftigung. Maschinenbau und Elektroindustrie planen ihre Mitarbeiterzahl zu erhöhen und das trifft auch auf die Dienstleister zu.

Auf hohem Niveau plant auch die IT-Branche Mitarbeiter einzustellen. Im Gastgewerbe ist die zuletzt gezeigte Vorsicht nun in Zuversicht gewechselt. Im Handel ist die positive Tendenz für Neustellungen nahezu unverändert geblieben und im Baugewerbe schlägt sich die gute Konjunktur in deutlich ausgeweiteten Beschäftigungsplänen nieder. Leicht gesunken ist das Beschäftigungsbarometer einzig im Verarbeitenden Gewerbe.
Verschärfter Materialmangel und drohende Preiserhöhungen
 
Der Materialmangel in der deutschen Industrie hat sich erneut verschärft. Fast 80 (!) Prozent der Unternehmen berichteten im September über Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen. „Der Rekord vom Vormonat August wurde damit nochmal übertroffen. Der Flaschenhals auf der Beschaffungsseite wird immer enger“, kommentiert Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. Er sieht entsprechende Preiserhöhungen, die weiter „auf der Agenda der Unternehmen bleiben“.

Trotzdem die Auftragslage sehr gut sei, können die Unternehmen gegenwärtig nicht produzieren. In der Autoindustrie ist die Lage besonders ernst. Nahezu alle Unternehmen (Anm. 97 Prozent) berichteten von Problemen und das gilt auch für andere Branchen wie elektrische Ausrüstungen (93 Prozent), Chemische Industrie (67 Prozent) und Maschinenbau (89 Prozent).

In der Papierindustrie meldeten ebenfalls deutlich mehr Unternehmen Knappheit auf der Beschaffungsseite (79 Prozent nach 61 Prozent). Eine Entspannung der Lage gab es in keiner Branche. Als Folge wollen immer mehr Unternehmen die Preise erhöhen. „Die Automobilindustrie hatte zuletzt nicht so viel Spielraum bei Preiserhöhungen gesehen - jetzt hat sich das geändert“, so die ifo-Experten.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 04.10.2021