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21. September 2021

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Das Thema Verantwortung und digitale Daten

Das Thema Verantwortung und digitale Daten© Pixabay/Anja

„Sozial Robuste Orientierung im Umgang mit digitalen Daten“ als Schwerpunkt bei Forschungsprojekt der Donau-Uni Krems. Wissenschaftler und Praktiker verarbeiten Erkenntnisse aus zweijähriger Arbeit in eigenem Weißbuch.

(red/cc) Zwei Jahre arbeiteten Wissenschaftler und Praktiker im Rahmen des Forschungsprojekts DiDaT an den unerwünschten Folgen bei der Nutzung digitaler Daten („Unseens“). Die Donau-Universität Krems setzt nun auf Basis dieser Erfahrungen den transdisziplinären Prozess auf, „in dem Erkenntnisse aus Theorie und Praxis zu einem Weißbuch führten, das Sozial Robuste Orientierungen im Umgang mit digitalen Daten bietet“, so die Uni in einer Aussendung.

Amerikanische und chinesische Konzerne
Heutzutage werden nahezu alle Informationen als Daten digital gespeichert. Ihre Bewahrung, Weitergabe und Verarbeitung ermöglichen mit der globalen Vernetzung von Maschinen und Menschen dann oftmals die Schaffung „Digitaler Zwillinge“. Diese können auch mehr als nur Kopie oder Simulation des Vorbilds sein – und schlimmstenfalls zur Überwachung sowie zu Diagnose, Vorhersage oder Steuerung von Verhalten genutzt werden. Das betrifft dann Maschinen wie Menschen gleichermaßen.

Suchmaschinen, Speicherung via Cloud-Dienste, Social Media, Webbrowser und Datenverschlüsselungsdienste werden mehrheitlich von wenigen, weltweit agierenden amerikanischen und chinesischen Konzernen kontrolliert. Vor diesem Hintergrund und einer an Dynamik gewinnenden Digitalisierung wird der Umgang mit digitalen Daten zu einer Schlüsselfrage der modernen Gesellschaft. „Wie kann gegenüber den angeführten supranationalen Akteuren etwa eine Public Governance durchgesetzt werden?“ war eine der Fragestellungen.

Nachhaltige Ergebnisse durch transdisziplinären Zugang
Das Projekt „Forming a Responsible Use of Digital Data in Transdisciplinary Process“ (DiDaT) mit über 150 WissenschafterInnen und PraktikerInnen untersuchte 24 unerwünschte Folgen der Nutzung digitaler Daten (Anm. „Unseens“) und das in den fünf Kernbereichen Mobilität, Gesundheit, Landwirtschaft, KMU sowie die Nutzung Sozialer Medien. „Diese Bereiche wurden ausgewählt, weil sie Kernfunktionen darstellen, die für die Zielerreichung gesellschaftlicher Entwicklung wesentlich sind“, so die Donau-Uni.

Zum Umgang mit den identifizierten „Unseens“ wurden Sozial Robuste Orientierungen entwickelt und mit Hilfe des Sustainable Digital Environments (SDE TdLab) der Donau-Uni Krems wurde für diese Science-Society-Collaboration ein transdisziplinärer Prozess gewählt, wo Wissenschaft und Praxis gleichberechtigte Partner sind. „Dieser transdisziplinäre Ansatz mit den vielen eingebrachten Perspektiven soll Orientierungen bieten, die eine gemeinwohlorientierte und reibungslose Nutzung digitaler Technologien ermöglicht“, so die Begründung.
Allgemeine Schlussfolgerungen und konkrete Herausforderungen

Im Ergebnis und im Kontext mit den fünf definierten Kernbereichen soll „das wirtschaftliche Potenzial beim Thema digitaler Mobilität diskriminierungs¬freie und räumlich nachhaltige Mobilitätsmodelle ermöglichen“. Im Bereich Gesundheit steht „die Datensouveränität des Individuums verbunden mit dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung im Zentrum“. Bei der Landwirtschaft etwa zeige sich „ein beschleunigter Strukturwandel, wodurch neue Geschäftsmodelle mit veränderten Wertschöpfungen und Abhängigkeiten entstehen“.

Und bei KMUs geht es um „den richtigen Umgang mit digitalen Plattformen, die zwar Zugang zu neuen Kundensegmenten bieten, aber gleichzeitig problematischen Zugriff auf Geschäftsdaten erlangen“. Neben dem Weißbuch zu den „Unseens“ der digitalen Transformation wurde auch der Band „Supplementarische Informationen“ publiziert. Dieser beschreibt exemplarisch 24 „Unseens“ mit Ursachen, Maßnahmen und Zielkonflikten, die der Konstruktion der Sozial Robusten Orientierungen unterliegen.

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red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 01.04.2021