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26. November 2020

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Nachdenken darüber, was sein wird

Nachdenken darüber, was sein wird

Workshop-Serie des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung widmet sich brisanten Zukunftsthemen.

Forschung und Wissenschaft können dazu beitragen, den gesellschaftlichen Diskussionsprozess vorausschauend zu gestalten, aus der Wissensvielfalt Entscheidungsfragen an die Gesellschaft abzuleiten und Zukunftsszenarien mit ihren Risiken und Chancen zu erstellen und zu analysieren.
Angesichts einer sich im dynamischen Wandel befindenden globalen Gesellschaft sollte die Rolle der Wissenschaft als Visio-närin und Vordenkerin in der Forschungspolitik deshalb auch neu belebt werden. Die OECD-Staaten erhöhen beständig ihr Investment in Wissensbildung, und es wird immer wichtiger, Zukunftstrends so früh wie möglich zu erfassen.

Nachhaltigkeit im Zentrum
Das Bundesministerium für Wissenschaften und Forschung (BMWF) führt daher bereits seit dem Jahr 2006 in Kooperation mit verschiedenen Forschungsinstitutionen die Workshop-Serie „2048“ durch. Deklariertes Ziel ist es, zukünftige forschungspolitische Schwerpunkte im Bereich der Nachhaltigkeitsforschung zu definieren und zu thematisieren. Zu diesen Events geladen werden 30 bis 40 international renommierte Vertreter aus Wissenschaft, Bildung, Politik, Forschungsadministration und Wirtschaft.
Bisher konnten vier Workshops erfolgreich durchgeführt werden, die vorerst letzte Veranstaltung stand dabei ganz im Zeichen des „Wassers“. Organisiert vom Institut für Hydrobiologie und Gewässermana-gement der Universität für Bodenkultur Wien, ging man dabei vor allem der Frage nach, welche Rolle aquatische Ökosysteme mittel- und langfristig für die Menschheit spielen.
Die Rede ist also von Services wie Trinkwasserversorgung, Energieproduktion, Erholungsnutzung und Biodiversität. Wie, darüber diskutierte eine Reihe namhafter Experten aus dem In- und Ausland, können aquatische Ökosysteme, die bekanntlich zu den meistbedrohten Systemen der Welt zählen, diese wichtigen Funktionen in Zeiten zunehmender Urbanisierung und sukzessiver Ressourcenverknappung überhaupt noch gewährleisten?
So etwa unterstrich der chilenische Alternativ-Nobelpreisträger Manfred Max-Neef bei seinem Einleitungsvortrag die Dringlichkeit transdisziplinärer und nachhaltiger Lösungen in wirtschaftlichen und ökologi-schen Belangen.
Workshop-Leiter Stefan Schmutz, Hydrobiologie-Professor an der Boku, fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen: „Alle großen Zukunftsfragen der Menschheit hängen ursächlich mit der Wasserfrage zusammen – egal ob Ernährung, Energieversorgung, Gesundheit, Sicherheit und letztendlich auch der Wohlstand. Genau genommen stehen sie in Konkurrenz zueinander, denn Wasser wird immer knapper. Wir haben keine Ressourcen mehr, sondern wir agieren jetzt schon streng limitiert. Ein Bewusstsein dafür zu schaffen und Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen, war die Grundinten-tion dieses Workshops.“

Links

Economy Ausgabe 68-01-2009, 01.01.2009