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19. Juli 2019

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Deutsche Industrie setzt auf 5G-Technologie

Deutsche Industrie setzt auf 5G-Technologie© Bilderbox.com

Umfrage Digitalverband Bitkom zeigt umfangreiche betriebliche Einsatzaktivitäten der neuen Breitband-Technologie. Teil der Unternehmen will eigene 5G-Infrastruktur aufbauen, andere nutzen Versorgung durch Netzbetreiber.

(red/czaak) Die deutsche Industrie sieht große Chancen im kommenden Mobilfunkstandard 5G. Die Hälfte der Industrieunternehmen ab 50 Mitarbeitern in Deutschland (49 Prozent) hält die künftige Verfügbarkeit von 5G für sehr wichtig. Bei Großkonzernen ab 2.000 Mitarbeitern sind es zwei Drittel (66 Prozent). 42 Prozent der Betriebe diskutieren aktuell eine 5G-Versorgung, ein Drittel (36 Prozent) davon über einen Netzbetreiber. 6 Prozent beschäftigen sich mit 5G über lokal nutzbarere Frequenzen.

Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter über 500 deutschen Industrieunternehmen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Sehr hohe Geschwindigkeiten und ultrakurze Reaktionszeiten sind die Basis für die smarte Fabrik. Die deutsche Industrie bekommt mit 5G einen enormen Schub“, so Achim Berg, Präsident von Bitkom. „Die Bundesnetzagentur hat auch Frequenzbereiche für die lokale 5G-Nutzung reserviert. Wer sich jetzt nicht mit 5G beschäftigt, riskiert das Geschäft von morgen“, betont Berg.

Vernetzte Produktion in Echtzeit
Grundsätzlich steht die Industrie dem Mobilfunkstandard der Zukunft sehr positiv gegenüber. 84 Prozent stimmen der Aussage zu, dass 5G die Produktivität deutscher Unternehmen massiv fördern wird, 70 Prozent sehen in 5G eine der wichtigsten Zukunftstechnologien. Hingegen sind fast ein Viertel (23 Prozent) der Meinung, dass die deutsche Wirtschaft auch ohne 5G nicht an Kraft verlieren würde. Nur 4 Prozent geben an, dass Deutschland den 5G-Aufbau nicht brauche. „5G ist wichtig für das vernetzte Fahren, unterstützt effizientere Energienetze und hilft bei einer lückenlosen Transportüberwachung in der Logistik“, erläutert Berg.

Über die Hälfte der mit 5G bereits planenden Unternehmen will die Breitband-Technologie für die vernetzte Produktion einsetzen. Jedes zweite dieser Unternehmen plant damit Assistenzsysteme wie Augmented- und Virtual Reality, ebenso viele wollen die Echtzeit-Kommunikation zwischen Maschinen über 5G ermöglichen. 39 Prozent sehen 5G für autonome Fahrzeuge und Transportsysteme vor und fast jedes dritte Unternehmen will auf 5G-Basis mobile Roboter einsetzen.

Unternehmen, für die 5G aktuell kein Thema ist, wollen primär andere Technologien nutzen. Das geben 70 Prozent an, 69 Prozent planen mit WLAN statt mit 5G. Mehr als die Hälfte der 5G-ablehnenden Unternehmen (57 Prozent) sieht im neuen Mobilfunkstandard keinen Mehrwert, ein Drittel (32 Prozent) hat dafür kein Budget.

Industrie sieht Deutschland nur im internationalen Mittelfeld
Zum geplanten 5G-Aubau stellt die Industrie dem Standort Deutschland ein durchwachsenes Zeugnis aus. Nur 2 Prozent der Industrieunternehmen sehen Deutschland im weltweiten Vergleich in der Spitzengruppe, ein gutes Drittel (36 Prozent) verortet die Bundesrepublik im Mittelfeld. Für ebenso viele rangiert Deutschland unter den Nachzüglern. Mehr als jedes fünfte Unternehmen (22 Prozent) hält das Land gar für abgeschlagen.

Aus der Bitkom-Sicht muss für einen schnellen 5G-Aufbau in Deutschland so viel privatwirtschaftliches Engagement wie möglich generiert werden. „Jeder in Frequenzauktionen ausgebebene Euro fehlt anschließend beim Netzausbau. Die Politik sollte sich mit den Netzbetreibern auf eine vorausschauende und europaweit koordinierte Frequenzstrategie verständigen“, rät Berg.

Nachhaltige politische Strategie für Investitionssicherheit
In der künftigen Ausrichtung der Frequenzregulierung seien entsprechend auch höhere Rechts- und Planungssicherheit unabdingbar. „Einmal ersteigerte Frequenzen müssen für mindestens 20 Jahre nutzbar sein. Nur so verbessern sich die Investitionsbedingungen für Netzbetreiber. Statt Frequenzen nach wenigen Jahren neu zu versteigern, müssen wir auch die Verlängerung von Nutzungsrechten ermöglichen“, so Berg weiter.

Laut Bitkom-Präsident Berg sollte die Politik prüfen, wie Mobilfunkstandorte wettbewerbsneutral gefördert werden können, um verbleibende weiße Flecken zu versorgen: „Wenn wir Funklöcher schließen und gleichzeitig die Netze der Zukunft bauen wollen, braucht es einfachere, standardisierte Antrags- und Genehmigungsverfahren. Zum Beispiel müssen alle wegerechtlichen Genehmigungsprozesse für Fest- und Mobilnetze digital abgewickelt werden können“, so Berg. Zudem würde eine mietfreie Nutzung öffentlicher Infrastruktur einen schnellen 5G-Aufbau unterstützen.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 24.05.2019