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13. November 2019

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Fluch und Segen zugleich

Fluch und Segen zugleich@Piqs.de/ritch

Die Österreicher sind im Unklaren was die Digitalisierung der Gesellschaft und dem einzelnen Individuum bringt. Rund ein Drittel sieht Chancen, ein Drittel Risiken und die Hälfte befürchtet einen Jobverlust, so eine aktuelle Umfrage des Linzer IMAS-Instituts.

Das Linzer Meinungsforschungsinstitut befragte letzten Herbst 1.001 Österreicher (Anm. ab 16 Jahren) zu den Auswirkungen der Digitalisierung und dabei traten teilweise umfangreiche Unsicherheiten auf. Während jeweils rund ein Drittel die damit verbundenen Veränderungen positiv ansehen, trauen sich ein Viertel für ihr persönliches Umfeld und ein Fünftel (20 Prozent) für die Bevölkerung keine Beurteilung abzugeben. Der Rest machte keine Angaben. Die Befürchtungen, dass die Digitalisierung Arbeitsplätze kostet, hatten 51 Prozent der Österreicher. 41 Prozent glauben wiederum, dass dadurch neue Jobs entstehen.
Große Veränderungen werden durch die künstliche Intelligenz, die Robotik und den 3D-Druck vermutet. Noch kaum Veränderungen im Leben der Österreicher vermutet die Bevölkerung bei den meisten abgefragten Technologien, beispielsweise Blockchain oder Shared Economy. Nach Alter und Internetnutzung unterscheidet sich das Antwortverhalten.

Mehr Vertrauen in menschliche Expertise
Personen bis 34 Jahre und häufige Internetnutzer sind mehr von der Lebenserleichterung und weniger von den negativen Folgen auf den Arbeitsmarkt überzeugt. Insgesamt jeder Zweite befürchtet negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Die anderen abgefragten Aussagen erzeugen eine demoskopische Pattstellung: Die Frage nach neuen Jobs durch die Digitalisierung oder auch die Ernsthaftigkeit der Politik in diesem Thema. Knapp jeder Zweite meint nicht, dass der digitale Wandel überschätzt wird.
Neuere Technologien wie Blockchain haben es noch nicht ins Bewusstsein der Österreicher geschafft. Nur ein knappes Viertel hat davon bereits gehört. In der Justiz etwa vertraut man weiterhin auf Menschen. Schöffen sollten weiterhin aus Fleisch und Blut bestehen, nur eine Minderheit würde hier der künstlichen Intelligenz mehr vertrauen. Besonders ablehnend gegenüber der künstlichen Intelligenz sind die Internetasketen und die Bevölkerung ab 35 Jahren.

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red/mich, Economy Ausgabe Webartikel, 07.03.2019