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29. Juli 2021

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Die Hallodris in den fernen Welten

Die Hallodris in den fernen Welten

Akademie der Wissenschaften publiziert vier neue Comics. Mit Geschichten aus Arabistik, Astronomie, Sozialanthropologie und Physik sollen diesmal nun Kinder die Welt der Forschung entdecken.

(red/mich) Vier neue Wissenschaftscomics der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) laden Kinder von sieben bis zehn Jahren zur Entdeckung der Forschungswelt ein. Die gezeichneten Geschichten aus den Bereichen Arabistik, Astronomie, Sozialanthropologie und Physik wurden in einem Wettbewerb ermittelt, bei dem auch eine Kinderjury die Gewinner mitbestimmen konnte. Wie bereits zum Auftakt der ÖAW-Comic-Reihe „Akademics“ werden die Hefte auch diesmal kostenlos an Schulen verschickt und sind auf einer eigenen Website aufrufbar.

Phantasie, Mut oder auch Fehltritte
Woher stammt das Wort „Trafik“, was bedeutet „Hallodri“? Stimmt es, dass dem Lesen in alten Zeiten magische Kräfte zugeschrieben wurden? Und wieviel Phantasie, Mut oder auch Fehltritte braucht es, um zu großen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu gelangen? Diese und weitere Geheimnisse lüften die vier neuen Comics der ÖAW. Die Akademie setzt damit zum zweiten Mal auf dieses Format zur Vermittlung von Wissen. Während die ersten vier Hefte der „Akademics“ betitelten Comic-Reihe 2019 für junge ForscherInnen zwischen zehn und zwölf Jahren gedacht waren, wenden sich die neuen Comics nun an sieben- bis zehnjährige Kinder.

Wettbewerb und 12.000 Euro zur Findung der Geschichten
Um die spannendsten Geschichten zu finden, hatte die ÖAW 2020 einen Wettbewerb ausgeschrieben (economy berichtete). Die vier überzeugendsten Ideen konnten dabei jeweils 12.000 Euro gewinnen. Ausgewählt wurden diese aus rund 90 Einsendungen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz von einer Jury bestehend aus Vertretern der ÖAW, der Bildungsdirektion Wien, der Pädagogischen Hochschule Tirol und Talente OÖ sowie der 3. Klasse der Volksschule Mönchhof aus dem Burgenland. Die fertigen Comics sind nun erschienen und werden bis Ende Mai kostenlos an rund 3.000 Volksschulen in ganz Österreich verteilt.

Lena und Farin und der Kater Hamun
Bereits vorab wurde über die eigene Projekt-Website der ÖAW der Comic „Merci“ der Zeichnerin Marlin Beringer publiziert. Hier geht es um kulturellen Austausch - Lena und der gerade aus dem Iran nach Wien gezogene Farin suchen den entlaufenen Kater Hamun, einen echten „Hallodri“. Dabei entdecken die beiden, wie viele Gemeinsamkeiten in ihren Sprachen stecken. Auf eine Zeitreise in das alte Persien laden die Autoren Philipp Keller, Michael Meyer und Michael Schneider im Comic „Das Pferd von Samangan“ ein. Das Pferd des sagenumwobenen Helden Rostam ist verschwunden und nur die junge Sara kann das Rätsel lösen. Sie kann nämlich 2.500 Jahre alte Schriftzeichen entziffern.

Das Geheimnis der Sternwarte
In noch fernere Welten entführt der Comic von Marian Waibl. Darin erkunden Julian und sein Hund Spock „Das Geheimnis der Sternwarte“. Dabei lernen sie nicht nur faszinierende Sterne und Planeten kennen, sondern auch den berühmten Astronomen Johannes Kepler. Was man lernen kann, wenn etwas misslingt, erzählt dann noch der Comic „Hellenberg“ von Oliver Ottitsch. Die titelgebende Figur Hellenberg arbeitet als Gehilfe bei Professor Erxleben in einem Physiklabor vor rund 200 Jahren. Weil die beiden ziemlich tollpatschig sind, stolpern sie von einer (heiteren) Erkenntnis zur nächsten.

Website mit Videos und Experimenten
Zusätzlich zu den neuen Comics gibt es auf der Website (siehe Link) auch Videos mit „Science Buster“ Martin Moder, einfache Experimente zum Mitmachen sowie lesenswerte Interviews mit WissenschaftlerInnen der ÖAW und den ZeichnerInnen. Ein neues Portal für LehrerInnen bietet zudem Arbeitsblätter zum Download und viele Praxis-Ideen für den Unterricht. Neben den vier neuen Comics sind auf der Website auch die bisher erschienenen Comics für alle jungen (und junggebliebenen) Wissenschaftsfans zu finden.

Links

red/mich, Economy Ausgabe Webartikel, 04.06.2021