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19. Juli 2019

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Debatte über Handynutzung bei Kids

Debatte über Handynutzung bei Kids© Bilderbox.com

Umfangreiche Studie der Oxford-University sieht auch bei hoher Handy-Nutzungszeit keine schädlichen Auswirkungen bei Kindern. Andere Wissenschafter kritisieren fehlendes Gesamtbild und weisen auf große Relevanz der Inhalte hin.

(PTA/red/cc) Die Nutzung mobiler Geräte tagsüber und vor dem Schlafengehen soll für Jugendliche unbedenklich sein. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommt eine aktuelle Erhebung von Forschern der Oxford University. Andere Studien zeigten hingegen sehr wohl gesundheitliche Probleme im Kontext mit der sogenannten "Screen Time". Die aktuelle Oxford-Studie sorgt daher nun für einen entsprechenden Kontrapunkt zur bisherigen Auffassung, dass Heranwachsende ihren Social-Media-, Gaming- und Fernsehkonsum einschränken sollten, so ein Bericht von PressetextAustria.

Umfangreiche Datenanalyse
Für die aktuelle Studie haben die Oxford-Wissenschaftler zwischen 2011 und 2015 mehr als 17.000 britische und amerikanische Neun- bis 15-Jährige in Bezug auf ihre „Screen Time“ und ihr Wohlbefinden untersucht. "Wir haben wenig Beweise für erhebliche negative Zusammenhänge zwischen dem Engagement auf dem digitalen Bildschirm und dem Wohlbefinden von Jugendlichen gefunden", resümiert Amy Orben von der Oxford University.

Andere Experten kritisieren fehlendes Gesamtbild
Ihr Team hat Daten aus drei Studien in Großbritannien, Irland und den USA gesammelt, in denen die Teilnehmer täglich Tagebücher ihrer Aktivitäten führten und hier wurde auch die Nutzungszeit der Geräte einbezogen. Nun warnen andere Experten, dass die Studie möglicherweise nicht das Gesamtbild zeige und dass das, was Kinder sehen, genauso wichtig sei, wie wann und wie oft sie es sehen.

Entscheidend sind die Inhalte
"Die Studie untersucht, wie lange Kinder auf Bildschirme schauen, nicht aber, welche schädlichen Inhalte sie sehen könnten. Wir wissen, dass die Nutzungszeit nicht der Hauptgrund für psychische Erkrankungen ist, aber gefährliche Online-Inhalte können enorme Auswirkungen auf junge Menschen und ihre psychische Gesundheit haben", meint etwa Bernadka Dubicka vom Royal College of Psychiatrists.

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PressetextAustria/red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 16.05.2019