economy ist tot, es lebe economy.at

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Von Beamten mit Säbel. Abschließende gedruckte Worte und eine nötige unternehmerische Neuorientierung.

Was schreibt man im letzten gedruckten Editorial? Einmal, das nächste „Edi“ erscheint am 29. Oktober auf economy.at
(siehe „Werte Leser“ vorige Seite). Wir machen ab jetzt elektrischen Journalismus. Jener elektrische Journalismus, der einen Paradigmenwechsel im Mediengeschäft verantwortet. Gerfried Sperl, Verleger von Phönix meinte einmal: „Der Zeitungsjournalismus hat das größte Potential um Aufklärung zu betreiben, daher sind Qualitätszeitungen auch nicht umzubringen.“ Das wird sich zeigen, die hier oftmals kritisierten medienpolitischen Entwicklungen lassen Zweifel aufkommen. Zurück zu den Reaktionen auf die Einstellung. Von „Die Zeitung ist das Papier nicht wert“ bis „Ein echter Gewinn für den Leser“ war alles dabei. Persönlich nehme ich mit: „Schade. Die Pionierarbeit – einen öffentlichen Raum für Forschung und Technologie zu schaffen – bleibt erhalten.“ Und die Bezeichnung „Publizist“ in einem internationalen Forum mit einer sachlichen Erörterung meiner kritischen Auseinandersetzung zum Islam in Österreich. Mitnehmen tue ich auch unsere Leser-Demografie: Drei Viertel der zuletzt erreichten 46.000 Personen sind unter 40 Jahren mit Hochschulabschluss oder Matura. Junge, gebildete Menschen sind mit einem gedruckten Medium zu begeistern.
Wieder zur Politik. Ein lang gedienter Spitzen-Beamter ist in die zweite Reihe getreten. Ein Spitzen-Beamter, der ohnehin immer gerne aus der zweiten Reihe agiert hat und den die Wissenschaftsszene oft als „wahren Forschungsminister“ bezeichnete. Er selbst nennt sich einen „alten österreichischen Beamten mit dem Säbel im Gürtel.“ Den Säbel zieht er wenn es „politisch“ wird und nicht um die Sache geht. Forschungsmanager bescheinigen ihm eine „große Loyalität für die österreichische Wissenschafts-Community UND für seine/n jeweilige/n Minister/in.“ Beim Forum-Alpbach begrüßte ihn der Tiroler Zukunfts-Manager Harald Gohm in einer Reihe mit den MinisterInnen. Seine Minister waren Staribacher, Farnleitner, Schüssel, Bartenstein, Gehrer, Hahn und jetzt Karl. Von Gehrer erhielt er eine Auszeichnung. Eine tiefschwarze Ministerin prämiert einen tiefroten Spitzen-Beamten. All das sagt viel über sein Standing. Vor zehn Jahren präsentierte ich ihm EConomyAustria. Die damals schon publizierten Inhalte aus Technologie sollten um Forschungsthemen ergänzt werden. Die Präsentation war erfolgreich und bald waren alle wichtigen Forschungs-Institutionen Plattform-Partner. Die EU-Kommission nominierte EConomyAustria aus 162 europäischen FIT-Initiativen für die Wirtschaft als europaweites Vorzeigeprojekt.
Werter Peter Kowalski, wir sind einen weiten Weg gegangen. Wir haben dabei in der Tat Pionierarbeit geleistet und einen öffentlichen Raum für diese standortpolitisch entscheidenden Themen geschaffen. Das bleibt uns erhalten. DANKE. Danke auch an mein Team. Und danke an meine Frau Michaela und an meine wunderbaren Kinder Hannah und Laurin für Rückhalt und Kraft. Und für das Vertrauen bei der nun nötigen unternehmerischen Neuorientierung. Nach 21 Jahren im Mediengeschäft geht es nun auch in Richtung Kunst. Wir starten von 30. Oktober bis 7. November 2010 bei der WIKAM, der Wiener Internationalen Kunst- und Antiquitätenmesse im Palais Ferstel. Kommen Sie. Und kaufen Sie. Es erwartet Sie wieder sinnlich bereichernde Qualität. Diesmal in gebrannter und gemalter Form. Und nicht mehr in gedruckter Form.


Christian Czaak, Economy Printausgabe 87-10-2010, 27.09.2010 Kommentar posten


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