Wirtschaft
zur Startseite "Wirtschaft"Physische und geistige Beweglichkeit als unternehmerischer Qualitätsfaktor.
Foto: LLaut Gründerservice der Wirtschaftskammer sind 2009 rund 30.000 neue Unternehmen gegründet worden. 80 Prozent sind Kleinstunternehmen, die nur aus einer Person bestehen. Bei 40 Prozent ist diese Person eine Frau, Tendenz steigend. Das Durchschnittsalter beträgt 37 Jahre, beeindruckende 26 Prozent sind zwischen 20 und 30 Jahren jung. 65 Prozent wollen in der Lebensgestaltung flexibler sein und eigene Verantwortung. Für alle ist es ein Sprung ins kalte Wasser. Selbst und ständig. Erfrischend und bewegungsfördernd, damit man nicht untergeht. Interessant bei den Gründungen ist das Verhältnis der Rechtsform: Alle Kleinstunternehmen werden als Einzelpersonen gegründet. GmbH, KG oder OG machen anteilsmäßig nur 15 Prozent aus – trotzdem die GmbH höhere Steuervorteile bringt: 25 Prozent Körperschaftsteuer bei GmbHs versus bis zu 50 Prozent Spitzensteuer bei selbstständigen Einzelpersonen. Zur Bereinigung fordern Wirtschaftskammer und Wirtschaftsbund (ÖVP) die Senkung der Mindesteinlage bei einer GmbH-Gründung auf 10.000 Euro (derzeit 35.000 Euro). Kleine und eigentümergeführte Unternehmen bilden das wirtschaftliche Rückgrat dieses Landes. Sie erhalten (noch) den Pakt der Generationen, tragen den überwiegenden Teil der Abgabenlast. Einmal mehr auch hier die Forderung, bei einer kommenden Steuerreform Lohnsteuer, Sozialversicherung und Dienstgeberabgaben zu senken. Nehmen wir eine Gehaltsabrechnung von brutto 2500 Euro: Für den Dienstnehmer bleiben nach Abzug von 460 Euro Sozialversicherung und 440 Euro Lohnsteuer 1600 Euro. Neben diesen Abzügen zahlt der Dienstgeber nochmals 570 Euro Sozialversicherung, 110 Euro Lohnsteuer und 80 Euro Kommunalsteuer. Zusammengerechnet steht 1600 Euro netto eine Abgabensumme von 1660 Euro gegenüber. Der Faktor Arbeit muss steuerlich entlastet werden. Dann werden sich (noch) mehr neue Unternehmer finden und dazu ihre Mitarbeiter wieder vermehrt anstellen. Monetäre und psychologische Aspekte könnten sich positiv auf Kaufkraftverhalten auswirken und ein funktionierender Kreislauf werden.
Economy erscheint im fünften Jahr. Nach dem Rückblick in der letzten Ausgabe nun zur Zukunft. Um großformatbedingte logistische Probleme beim Hineinstopfen ins Postkastel, beim Auflegen in Trafiken und beim Direktvertrieb zu lösen und um noch mehr als Magazin wahrgenommen zu werden, haben wir unser Blattformat verkleinert. Die frei werdenden Ressourcen investieren wir in Blattumfang, inhaltliche Qualität und Auflage sowie in neue Vertriebswege. In unserer jährlichen Abonnenten- und Leserbefragung (1062 Fragebögen österreichweit 2009) zeigt sich wiederum ein Zuwachs bei jungen, bildungsaffinen Menschen. Mittlerweile sind 52 Prozent der rund 58.000 economy-Leser jünger als 30 Jahre. 87 Prozent haben Matura-, FH- oder Uniabschluss. Mit dieser Entwicklung verstärken wir Maßnahmen zur weiteren Gewinnung von jungen, bildungs- und wirtschaftsaffinen Lesern. Neben den österreichweiten Vertriebsaktivitäten an den Unistandorten starten wir mit dieser Ausgabe eine eigene Vertriebsschiene an AHS und HTLs in Wien und NÖ. Es ist ein Investment in die Zukunft und ökonomisch sinnvoller als ein auf die Dauer nicht leistbarer Positionierungskampf als Kauftitel rein für (ältere) Entscheidungsträger. Nach vier überaus ressourcenintensiven Jahren liegen wir dort nun bei rund 28.000 Lesern. Insgesamt feine Zielgruppen, wo Markenbildung noch sinnvoll und leistbar ist. Einzig die Werbewirtschaft glaubt immer noch viel zu sehr an die teure Masse.
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