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23. October 2018

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Kreativer Spielraum mit Praxistest

Kreativer Spielraum mit Praxistest© piqs.de/fotodruide

Betriebliche Transformation und Digitalisierung ist ein kontinuierlicher Prozess, der Zeit und Geduld verlangt. IT-Abteilungen müssen dabei zunehmend mit anderen Abteilungen und externen Partnern zusammenarbeiten. Wichtig ist ein ganzheitlicher Zugang mit bereichsübergreifender Betrachtung.

Der globale Wettbewerb verlangt von Unternehmen zunehmend Innovation, die durch schnelle, technologische Entwicklungen unterstützt wird. Die Vielzahl an IT-Anwendungen erschwert jedoch den Überblick und Entscheidern mangelt es oft an Erfahrungswerten. Abhilfe können Testumgebungen schaffen mit Fokus auf die praxisgerechte Endnutzung.
Kapsch BusinessCom bietet etwa spezielle Discovery-Workshops, wo auf Basis realer Erfahrungswerte aus mittlerweile über 40 Referenzen zu digitalen Transformationsprojekten unternehmerischer Mehrwert sowie Einflussfaktoren und Disruptionspotential analysiert werden. Dann folgen die Auswirkungen auf Ressourcen sowie Kundenbeziehung und Vertriebskanäle. Durch dieses iterative Lernmodell werden Kosten und Risken so gering wie möglich gehalten.

Die nötige end-to-end-Expertise
Inkludiert werden grundsätzlich alle betrieblichen Abteilungen, vom Management über Marketing, Vertrieb und IT-Verantwortliche bis zu Digitalisierunsgexperten. „Wir können die nötige endtoend-Expertise und das Ecosystem bereit stellen, von der Sensorik bis zur Applikation, vom Proof of Concept bis zum Produktivsystem,“ so Mark Winkler, Head of Digital Transformation & Business Development bei Kapsch BusinessCom.
In einem aktuellen Projekt mit einem Büromöbelhersteller geht es etwa um intelligente Stühle und die Ausarbeitung neuer Geschäfts- und Vertriebsmodelle. In den Stühlen sind Sensoren verarbeitet, die neben Sitzverhalten und entsprechender Nutzungsanalysen auch Raumauslastungsinformationen übermitteln. Neben Erfassung, Übertragung und Analyse der Daten an beliebige Endgeräte kann die Anwendung auch mit bestehenden Buchhaltungs- oder Raumbuchungssystemen verbunden werden.

E-Cars im betrieblichen Flottenmanagement
Ein anderes Beispiel für einen Testbetrieb in praxisrelevanter Umgebung betrifft T-Systems und die Verwendung von Elektrofahrzeugen in der Firmenflotte. Ziel war, das eCar und die Ladestellen-Infrastruktur im Werksverkehr zwischen Wien und Gmünd (NÖ) zu testen. Parallel wurde eine eigene Car-Sharing-Plattform entwickelt, inklusive Aufzeichnungen über eine voll in die Fahrzeugflotte integrierte Telemetrie-Lösung.
Nach einer Probezeit von eineinhalb Jahren zeigte sich, dass die Reichweite des eingesetzten Modells BMW i3 für diese Strecke nicht ausreichend war. Vor allem die kalte Jahreszeit und die Nutzung der Heizung (Anm. bei eCar nicht über die Abwärme des Motors) setzen den Batteriakapazitäten enorm zu. Das Einsatzgebiet des Fahrzeuges wurde daraufhin auf Wien eingeschränkt.
In der Langzeitnutzung hingegen konnte die Effizienz des eCars klar dargestellt werden. Wartungsarbeiten für Verbrennungsmotoren fielen weg und die wenig beweglichen Teile im Antrieb reduzierten nötige Ersatzteile. In Summe konnten die Fuhrparkkosten massiv reduziert werden. Aktuell wird nun gemeinsam mit T-Mobile an der Erweiterung der Ladestelleninfrastruktur im Wiener T-Center gearbeitet. Zentrale Schwerpunkte sind dabei das Platzmanagement mit der Freigabe der Parkflächen nach Ladung und die verursachergerechte Verrechnung. Parallel ist für die konzentrierte Abnahme bei Spitzen auch ein Strommanagement nötig.

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 26.06.2018