Buchungszahlen sinken in der Krise

Buchungszahlen sinken in der Krise (Photos.com)Foto: Photos.com

Für Reiseveranstalter ist 2009 ein Krisenjahr wie schon lange nicht. Erste Konkurse sprechen eine deutliche Sprache.

Zuerst das Internet, dann die Billigflieger, die Wirtschaftskrise und jetzt auch noch die Schweinegrippe. Die Reise­industrie hat es wirklich nicht leicht.
Buchungszahlen sind quer durch die Branche im Sinkflug begriffen. Bei vielen Kunden sitzt das Urlaubsgeld nicht mehr so locker, dem Spargedanken fiel schon so mancher fix geplante Sommerurlaub zum Opfer, und der Österreicher neigt zumindest dieses Jahr generell zum Knausern.

Gewinnrückgänge
So zeigte eine Studie von Regioplan, dass österreichische Kunden heuer um 3,5 Prozent weniger für Urlaub ausgeben wollen als 2008. Was nicht so hoch klingt, ist für die Reisebranche ein Übel: Urlaubskonzerne sind gezwungen, die Preise ihrer Angebote zu senken, um Kunden bei der Stange zu halten. Wie das Handelsblatt errechnet hat, schlagen sich allerdings auch geringfügige Senkungen der Reiseangebote gleich überproportional negativ auf den Gewinn durch. Viele Konzerne versuchen daher, die Preissenkungen im Einkauf, also bei den Hotels und Fluggesellschaften, zurückzuholen. Was wiederum den Druck auf Airlines und Hotelketten erhöht.
Große Reiseanbieter wie TUI oder Thomas Cook verzeichneten in der ersten Jahreshälfte Buchungsrückgänge zwischen elf und 18 Prozent, und das trotz günstigster Pauschalangebote zu Sonderkonditionen. Deutlich zu merken war eine Zunahme der Last-Minute-Buchungen, was zusätzlich auf die schon geringen Margen der Branche drückt.
Die World Tourism Organization sagt für 2009 ein weltweites Minus von zwei Prozent für die Reisebranche voraus. Die tatsächlichen Rückgänge bisher dürften aber deutlich darüber liegen, heißt es Brancheninsidern zufolge.

Drückender Schuldenberg
Das könnte dazu führen, dass sich einige Reiseanbieter aus dem Geschäft verabschieden. Erwischt hat es bereits Großbritanniens drittgrößten Reisekonzern, die XL Leisure Group. Auch der deutsche Direktreiseanbieter IPM, der Reisen unter anderem über Tchibo vermarktete, musste Konkurs anmelden.
In Österreich hat es bereits den Salzburger Reiseanbieter African Safari Club getroffen. Das Unternehmen ist mit 2,2 Mio. Euro Überschuldung im April in den Konkurs geschlittert. Auch Pineapple Tours vermittelt keine Abenteuerreisen mehr. Das Wiener Unternehmen stellte seine Tätigkeit im März 2009 mit nicht mehr bedienbaren Schulden von 3,2 Mio. Euro ein. Als Grund wird eine missglückte Expansion nach Deutschland und „die allgemeine Wirtschaftslage“ angeführt.
Ende Juli hat eines der größten tschechischen Reiseunternehmen, Tomi Tour, Konkurs anmelden müssen. Und schwierig wurde es auch für Thomas Cook, als der Mutterkonzern Arcandor (Quelle) in die Insolvenz versank. Für den Reisebüroriesen wird jedenfalls ein Käufer gesucht.


Arno Maierbrugger, 21.08.2009 Kommentar posten


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insolvenz

Aus interna kann ich sagen,dass es bei "Pineapple"nichts mit der Krise zu tun hatte.Hie wurden die Mitarbeiter aus dem Weg geräumt,wenn sie mit der Geschäftspolitik nicht mehr konform gingen-oder gingen selbst

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