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zur Startseite "Wirtschaft"Aktiv-Trend lässt Kassen klingeln
Foto: VHS/August LechnerDie zweite und dritte Ferienwoche sind die Kinder bei der Kinderuni im Einsatz, danach macht Lukas zwei Wochen ein Tenniscamp, Tanja ist im Segelkurs. Nach dem Familienurlaub absolviert Tanja dann noch eine Woche ein Landhockey-Trainingslager, während Lukas sich bei „Robots for Kids“ eine Woche an der FH Technikum Wien damit beschäftigen wird, einen Rettungsroboter mit Lego Mindstorm NXT zu bauen und zu programmieren. Lukas ist zwölf, Tanja zehn. Ihre Feriengestaltung ist ein Beispiel dafür, wie viele Eltern die Sommerferien „bewältigen“. Denn die Unterbringung bei den Großeltern fällt immer öfter aus, entweder weil diese zu alt oder noch sehr aktiv sind und zu der Zeit selber verreisen – und damit in jedem Fall als Betreuer nicht in Frage kommen.
Kostenfaktor Feriencamp
Ebenfalls immer weniger beliebt, vielfach aus ideologischen Gründen oder weil nicht „cool“, sind Jungschar-, Pfadfinder- oder Rote-Falken-Lager. Obwohl Psychologen meinen, dass hier die Kinder gemeinsam mit ihnen bekannten Gleichaltrigen noch am ehesten die Chance hätten, entspannte, schöne Ferien zu erleben.
Somit sind Feriencamps für viele Eltern eine willkommene Alternative, für die zum Teil tief in die Tasche gegriffen wird. Eine Liste der Anbieter bietet etwa die Wiener Kinderinfo (www.kinderinfowien.at). Die Preise sind sehr unterschiedlich – je nachdem wie viele Stunden Betreuung, ob mit oder ohne Verpflegung –, sie bewegen sich zwischen 150 und 700 Euro. Das Angebot ist riesig: Sport-, Lern-, Computer- und Kreativcamps stehen zur Auswahl. Aber auch Popstar- und Muscialcamps sind beliebt. Daneben gewinnen Abenteuercamps zunehmend an Bedeutung. So bietet das ferien4kids-Portal etwa ein „Huskycamp“ an (Preis: 449 Euro). Eine Woche lang betreuen die Kinder einen Schlittenhund, wohnen in einem Tipi-Zelt, lernen Klettern und machen eine Kanufahrt. „Es genügt nicht mehr, nur die Klassiker wie Tennis oder Fußball im Rahmen eines Sommercamps anzubieten“, sagt Wolfgang Meister, Chef von ferien4kids.
Kinder nicht überfordern
Allerdings können Feriencamps die Kinder auch unter Leistungsdruck setzen. „Denn niemand, der 300 Euro für eine Woche Tennis- oder Computercamp bezahlt, ist damit zufrieden, dass die Kinder eine Woche lang nur beaufsichtigt werden“, sagt die Kinder- und Jugendpsychologin Barbara Kleedorfer. Schlimm ist das deswegen, weil die lieben Kleinen ja auch unterm Jahr in diversen Kursen nachmittags (Fußball, Ballett, Turnen, Musikschule etc.) mehr als eingespannt sind. Die Bereitschaft der Eltern, ihre Kinder in Kurse gehen zu lassen und zunehmend auch selbst welche zu belegen, liegt daran, dass „73 Prozent der Österreicher Bildung für einen wichtigen Faktor für die Lebensqualität halten“, heißt es in einer aktuellen Studie der deutschen Stiftung für Zukunftsfragen. „Über drei Viertel sind der Meinung, dass jeder selbst für die eigene Weiterbildung verantwortlich ist“, sagt Studienautor Ulrich Reinhardt. 31 Prozent sind überzeugt, dass Weiterbildung in Zukunft vor allem in der Freizeit stattfinden muss.
Das dürfte die Kursanbieter freuen. Größter und traditioneller Anbieter sind die Volkshochschulen (VHS), österreichweit gibt es davon 272. Insgesamt werden hierzulande jährlich 47.000 Kurse mit rund 500.000 Teilnehmern abgehalten.
Frauen machen mehr Kurse
Größter Anbieter sind die Wiener VHS (24 Einrichtungen an 53 Standorten) mit rund 16.000 Kursen jährlich und etwa 4000 Unterrichtenden. Die Weiterbildung an der VHS ist übrigens fest in weiblicher Hand: 77 Prozent aller Kursteilnehmer sind Frauen. Am beliebtesten sind Kurse aus dem Bereich „Gesundheit und Bewegung“ (40,7 Prozent Kursteilnehmer), gefolgt von Sprachkursen (26,2 Prozent), wobei hier Englisch am häufigsten belegt wird, gefolgt von Deutsch-, Spanisch-, Italienisch- und Französischkursanmeldungen.
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