Neue Dämmung für alte Häuser

Neue Dämmung für alte Häuser (Wohnservice GmbH)Foto: Wohnservice GmbH

Wer vor Jahrzehnten ein Haus gebaut hat, hat sich nicht viel um Energieeffizienz gekümmert. Mit einem Direktzuschuss aus der Wohnbauförderung wird in Niederösterreich die thermische Althaussanierung forciert und damit auch ein wichtiger Impuls für die Bauwirtschaft und moderne Energietechnologien gegeben.

30 Prozent der in Österreich verbrauchten Energie werden für das Heizen verwendet. Und weil diese Energie teuer ist und die Heizkosten ständig steigen, wird das Thema „Energieeffizienz“ immer wichtiger. Moderne Häuser und Gebäude, die in Niedrig- oder Passivenergie-Bauweise ausgeführt sind, tragen dem schon Rechnung, aber Bauten, die bereits mehr Jahre auf dem Dach haben, vergeuden oft unnötig viel Energie. Allein in Niederösterreich (NÖ) gibt es über eine halbe Mio. Ein- und Zweifamilienhäuser, von denen viele zur Sanierung anstehen.

Enormes Potenzial
Zwischen 2003 und 2007 wurden jährlich thermische Alt-haussanierungen von rund 9500 Wohneinheiten bewilligt. Damit liegt die jährliche Gebäudesanierungsrate bei nur 1,5 Prozent. Analog zur österreichischen Klimastrategie wird für NÖ ein Zielwert von 2,5 bis drei Prozent angestrebt. Die thermische Althaussanierung stellt aber auch ein enormes Potenzial für die niederösterreichische Bauwirtschaft und das Baunebengewerbe sowie für die Bereiche Haustechnik und Ener­gietechnologien dar.
Daher wurde die niederösterreichische Wohnbauförderung novelliert und um einen Direktzuschuss für die Sanierung bis zu 20.000 Euro pro Einfamilienhaus erweitert. Damit können Investitionen bis zu 750 Mio. Euro ausgelöst und bis zu 9000 Dauerarbeitsplätze geschaffen werden. Weiters wird vom Land NÖ gerade die betriebliche Umweltförderung überarbeitet, und es wurden Ziele für die Sanierung von Landesgebäuden und Gemeindebauten festgelegt, die auf eine wesentliche Verbesserung der Energiekennzahlen
abzielen.

Cluster für Kooperationen
Energieeffizienz ist ein zentraler Hebel für das ökologische Bauen. Deshalb hat sich Ecoplus, die Wirtschaftsagentur des Landes NÖ, als Partner für unternehmerisches Engagement und technologische Neuerungen positioniert – vor allem auch zu dem vielschichtigen Thema „thermische Althaus­sanierung“.
Im Bau-Energie-Umwelt Cluster NÖ der Ecoplus finden innovative Unternehmen aus der Baubranche nicht nur kompetente Ansprechpartner, sondern auch eines der größten Netzwerke von Ökobau-Firmen und -Experten in Europa. Um Kooperationen mit Vorbildwirkung ins Rampenlicht zu stellen, wird alljährlich der „Clusterland Award“ vergeben. Heuer konnte mit 45 Kooperationsprojekten ein neuer Rekord an Einreichungen vermeldet werden. Von den neun Projekten, die für den diesjährigen „Clusterland Award“ nominiert wurden, beschäftigten sich sechs mit dem Themenfeld „Energieeffizienz am Bau“; zwei von vier Awards gingen an diese Gruppe.
Der Preis für „die beste Ko-operationsidee“ ging an das Projekt „Solare Wärmedämmung durch Aktivierung der Speichermassen in Außenwänden“. Dabei wird ein neues, in die Dämmung integriertes Heizsystem entwickelt, mit dem der Einsatz von Solarenergie zum Heizen und die Nachtkühlung auf breiter Basis möglich werden – und zwar nicht nur bei Neubauten, sondern vor allem auch bei bestehenden Gebäuden. Auf diese Weise lassen sich Bauten, die energietechnisch ein schlechtes Niveau aufweisen, deren Bausubstanz aber noch intakt ist, kostengünstig sanieren. Als Projektkoordinator vernetzt die Firma Kleebinder die Bereiche Dämmplattenherstellung, Befestigungs- und Verputztechnik, Heiz- und Kühltechnik, Lufttechnik und Automatisierungstechnik.

Alles aus einer Hand
Mit einem Sonderpreis wurde das Projekt „Althaussanierung aus einer Hand“ ausgezeichnet. Denn wer heute ein altes Haus sanieren will, steht vor einer komplexen Aufgabe. Die Sanierungsmaßnahmen sind in der Praxis oft nicht sinnvoll aufeinander abgestimmt, was Zeit und Geld kostet. Ziel der „Althaussanierung aus einer Hand“ unter der Projektkoordination der Firma Wohnservice, Wohnungs- und Althaussanierung ist daher eine energieeffiziente Gesamtlösung. Durch umfassende Beratung und die Abstimmung der Einzelmaßnahmen aller Gewerke entsteht so zusätzlicher Mehrwert für die Bauherren. Das Angebot unterscheidet sich von den üblichen Angeboten besonders durch die Förder- und Finanzierungsberatung.


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Gerhard Scholz, Economy Printausgabe 74-06-2009, 26.06.2009 Kommentar posten


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Aus eigener Erfahrung...

kann ich nur sagen, mein mann und ich wollten aufgrund eben diesen energieeffizienz- und kostengründen ein altes haus abreissen und neu bauen, leider wurde uns dies aus baurechtlichen gründen nicht gestattet. hier stellt sich die frage wie energiesparend unsere gesetze wirklich denken.

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