Modernes Onlinekrankenhaus

Modernes Onlinekrankenhaus (Photos.com)Foto: Photos.com

Informationstechnologie spielt bei der Sicherung der medizinischen Dienstleistungsqualität und der Ökonomie der Spitäler eine wichtige Rolle. Im oberösterreichischen Krankenanstaltenverbund Gespag wird derzeit die nächste Generation von Hospital Content Management implementiert.

Die Bilanz der Gespag (Oberösterreichische Gesundheits- und Spital AG) kann sich sehen lassen: Das Mikrofilmarchiv wurde erfolgreich abgelöst, die elektronische Patientenakte hat den diagnostischen Informationsfluss verbessert und den sekundenschnellen Zugriff auf die archivierte Krankengeschichte
ermöglicht.
Jährlich werden rund fünf Mio. Dokumente in der stationären und ambulanten Patientenbetreuung archiviert. Aber dabei bleibt die Gespag nicht stehen: Aktuell wird die nächste Produktgeneration Doxis 4 eingeführt, um einen weiteren Meilenstein zu setzen und die Anforderungen an ein ganzheitliches Hospital-Content-Management (HCM)-System noch besser zu erfüllen.
Die Gespag ist seit 2001 Kunde des Softwareherstellers SER und treibt seit Projektbeginn die elektronische Patientenakte, das Enterprise-Content-Management-System Doxis, voran. Ursprüngliches Ziel war es, die Patientenakte von Papier durch Scanning in elektronische Form zu bringen. Durch die Anbindung an das patientenführende System können einerseits physische Archivkosten transparent gemacht und andererseits die gesammelten Dokumente zu einem Aufenthalt übergreifend für alle Krankenhäuser der Gespag zur Verfügung gestellt werden. Außerdem wurde die Archivierung von Vertragsdokumenten mit Volltextrecherche realisiert sowie die Archivierung von SAP-ausgehenden Dokumenten über Archive-Link eingeführt.
Thema der darauffolgenden Jahre war der flächendeckende Rollout der Patientenakte und der Weg hin zum „Onlinekrankenhaus“ mit HCM: Zu Beginn gab man sich damit zufrieden, dass Dokumente und Ausdrucke der medizinischen Geräte nach dem Aufenthalt gescannt wurden und für zukünftige Recherchen zur Verfügung standen.

Rascher Zugriff auf Info
Heute werden Bilder von Geräten direkt an das digitale Patientenarchiv von SER übergeben, und Wunddokumentation wird digital und integriert betrieben. Die notwendigen Informationen, Bilder und Dokumente stehen somit gleich nach dem Entstehen zur Verfügung. Auswärtige Befunde werden direkt in der Ambulanz bei der Aufnahme gescannt, der Stationsarzt hat bereits, bevor der Patient auf die Station kommt, Zugriff auf die wichtigen Informationen. Auch Befunde des führenden KIS-Systems werden direkt an das Doxis-Patientenarchiv übergeben.
Die digitale Dokumentenlogistik ist aus dem modernen Krankenhausbetrieb nicht mehr wegzudenken. Mit Doxis 4 steht ein noch effizienteres Systemmonitoring und -management zur Verfügung, um rasch und vor allem präventiv auf etwaige Ereignisse im Betrieb reagieren zu können.

Flexibles System
Die dynamische Anpassung an sich ändernde Gegebenheiten (Speichervolumen, Performance, Anforderungen an Volltextrecherche et cetera) ist ein weiterer Kernpunkt, der durch den serviceorientierten und skalierbaren Aufbau von Doxis 4 ideal unterstützt wird und so ein zukunftssicheres Investment darstellt.
Aus fachlicher Sicht beginnt gerade die nächste Generation von Hospital Content Management in der Gespag zu wirken. IHE (Integrating the Healthcare Enterprise) und Elga (elektronische Gesundheitsakte) sind nicht mehr nur Begriffe, sondern werden aktuell projektiert. Im ersten Schritt wird eine krankenhausübergreifende „IHE light“-Recherche implementiert, die es den behandelnden Ärzten ermöglicht, auf Basis der zentralen Doxis- Infrastruktur hausübergreifend zu recherchieren. Die Inbetriebnahme einer intra- und extramuralen IHE-Infrastruktur ist bereits fest eingeplant.

Info
„Integrating the Healthcare Enterprise“ (IHE) ist eine gemeinsame Initiative von Experten des Gesundheitswesens und der Industrie zur Verbesserung des Informationsaustauschs zwischen IT-Systemen im Gesundheitswesen. IHE fördert und koordiniert den Einsatz von Standards wie Dicom, XML und HL7 zur Unterstützung spezieller klinischer Anforderungen in der optimalen Patientenversorgung. Systeme, die in Übereinstimmung mit den IHE-Spezifikationen entwickelt wurden, kommunizieren besser miteinander, sind einfacher zu implementieren und ermöglichen es den Anwendern im Gesundheitswesen, Informationen effektiver zu nutzen. Doxis 4 ist das erste IHE-zertifizierte Dokumentenarchiv in Österreich, Deutschland und der Schweiz. SER setzt mit dem Doxis-4-Archiv seit Jahren konsequent auf Standards wie HL7 und Dicom in der bidirektionalen Kommunikation mit KIS-  und Subsystemen.


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Sonja Gerstl, Economy Printausgabe 84-05-2010, 28.07.2010 Kommentar posten


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