Länger und besser leben

Länger und besser leben (Fotolia.com)Foto: Fotolia.com

Das EU-Programm „Ambient Assisted Living“ fördert technologische Lösungen für das Leben älterer Menschen.

Wir leben immer länger, deswegen gibt es auch immer mehr ältere Menschen – zumindest in Europa. Im Jahr 2000 machten die über 65-Jährigen knapp 16 Prozent der Gesamtbevölkerung aus; bis zum Jahr 2050 wird sich dieser Anteil verdoppeln. Auch in Österreich wächst die Zahl älterer Menschen: 22 Prozent der Bevölkerung sind derzeit 60 Jahre oder älter, mittelfristig (2020) werden es rund 26 Prozent, langfristig (circa ab 2030) sogar mehr als 30 Prozent sein. Diese Gruppe älterer Menschen verfügt nicht nur über eine satte Kaufkraft, sondern hat auch einen Bedarf an speziellen Produkten und Dienstleistungen.

Selbstbestimmtes Leben
Das von der EU teilfinanzierte 
Forschungs- und Entwicklungs-programm „Ambient Assisted Living“ (AAL) fördert Projekte, die Lösungen finden, um ältere Menschen in ihrem selbstbestimmten und unabhängigen Leben in den eigenen vier Wänden so lange wie möglich zu unterstützen. Zu dieser Erhaltung beziehungsweise Steigerung der Lebensqualität der Senioren sollen vor allem auch innovative Tech-nologie-Produkte (insbesondere im Bereich moderner IKT, also Informations- und Kommunikationstechnologien) und technologiegestützte Dienstleistungen beitragen.
AAL ist eine Initiative nach Artikel 169 im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm. Ziel dieses Artikels ist die Koordination von nationalen Förderprogrammen, die von mehreren Mitgliedstaaten gemeinsam durchgeführt und von der Europäischen Gemeinschaft finanziell unterstützt werden. Die AAL-Initiative läuft bis 2013 und umfassst derzeit 21 EU-Mitgliedstaaten.
Die erste Ausschreibung fand heuer statt und stand ganz im Zeichen von IKT-Lösungen. 57,7 Mio. Euro stehen für Projekte europaweit zur Verfügung, davon stammen 32,7 Mio. von den Mitgliedstaaten und 25 Mio. von der Europäischen Kommission. Unter hoher österreichischer Beteiligung wurden 117 Projektanträge eingebracht, die um Förderkosten von insgesamt 230 Mio. Euro ansuchten; damit ist die Ausschreibung vierfach überzeichnet. Die zweite wird 2009 zum Schwerpunkt „Soziale Inter-aktion“ folgen und ein etwa gleich großes Budget umfassen.
Auf nationaler Ebene soll die AAL-Initiative geeignete Strukturen schaffen, die eine Zusammenarbeit und Koordination aller Institutionen, die sich mit dem Thema „Älterwerden“ auseinandersetzen, ermöglichen.

Österreichischer Beitrag
Als österreichischer Beitrag zur europäischen AAL-Initiative wurde vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie das Programm „Benefit“ eingerichtet. Auch dabei stehen neue Technologien für ältere Menschen imZentrum. Benefit konzentriert sich auf die Themen-Cluster Aufrechterhaltung der sozialen Eingebundenheit („E-Inclusion“), Verbesserung der Informationsvermittlung, Unterstützung im Alltag und Intelligentes Wohnen sowie die Gewährleistung von Sicherheit und Mobilität. Bereits zwei Ausschreibungen für AAL-Projekte wurden im Rahmen von Benefit abgeschlossen, für 2009 sind weitere Ausschreibungen ge-plant.


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Gerhard Scholz, Economy Printausgabe 67-12-2008, 01.12.2008 Kommentar posten


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