Vom Fliegen zur Berufskrankheit Layover

Vom Fliegen zur Berufskrankheit Layover ()Foto:

Fliegen ist für viele Berufsreisende zur Dauerqual geworden.

Fliegen ist für viele Berufsreisende zur Dauerqual geworden. Fliegen gehört in vielen Jobs einfach zum Alltag dazu. Für manchen mehr, für manchen weniger. Besonders die von den Airlines „verwöhnten“ Vielflieger müssen sich heutzutage jedoch in der Welt der Luftfahrt häufig auf unerwartete Schwierigkeiten gefasst machen. Eine negative Erscheinung ist wohl das sogenannte „Pickenbleiben“, auf Neudeutsch auch „Layover“ genannt. Das sind die Momente, in denen man am liebsten nie ins Flugzeug gestiegen wäre. Spitzenreiter in Sachen Hängenbleiben ist der mittlerweile aus allen Nähten platzende Dubai Airport. Der Flughafen gleicht einem marokkanischen Souk. Man drängt sich Tag und Nacht auf den Gängen, alle fünf Minuten starten und landen zwei bis drei Maschinen. Mittlerweile ist es so weit, dass aktuelle Abfl üge gar nicht mehr auf den Anzeigetafeln aufscheinen, da deren Dimensionen schon lange gesprengt wurden. Oft weiß man auch nicht, zu welchem Gate man muss. Wer einmal mehr als 24 Stunden am Flughafen von Dubai verbracht hat, weil er oder sie seinen Anschluss nicht erreicht hat, weiß ein Lied davon zu singen.

Zur Sicherheit
Aber auch viele amerikanische Flughäfen weisen Tücken auf. Allen voran Washington. Hier wird man zwischen Flugzeug, Immigration (Passkontrolle) und Abfl ug-Terminal mit Bussen hin- und hergeführt, die zur Beschleunigung der Prozedur ein paar Meter in Millimeterarbeit hochgehoben und abgelassen werden. Eine nervenaufreibende Prozedur, die noch vom langsamsten Sicherheitspersonal der Welt getoppt wird. Man hat nicht das Gefühl, besser, sondern eben nur gemächlicher kontrolliert zu werden. Anschlussfl üge unter drei Stunden Aufenthalt sind deshalb nicht zu empfehlen. Auf kleineren Airports kann man ebenso im Stich gelassen werden. So etwa passiert in Lyon. Vier Stunden nach dem geplanten Abflug haben die Mitarbeiter des Flughafens aus Wien erfahren, dass die Maschine Wien gar nie verlassen hat. Für erfahrene Lyon-Vielflieger angeblich nicht das erste Mal. Das Unangenehme ist, dass solche Situationen immer öfter passieren und man als berufsbedingter Vielfl ieger mittlerweile Flüge nach Möglichkeit zu vermeiden versucht. So spart nicht nur das Unternehmen Kosten, sondern auch der Mitarbeiter Nerven. Weniger fliegen tut dem Familienleben gut und hilft obendrein der Umwelt. Darüber wird sich nicht nur unser Umweltminister freuen. - Ausgewählte Berichte und Kommentare aus den Schwerpunkt-Ausgaben bereits erschienener economy Printausgaben.


Klaus Lackner, Economy Webartikel, 09.02.2012 Kommentar posten


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