Programmiertes Öko-Desaster

Programmiertes Öko-Desaster ()Foto:

Die Österreicher besitzen ein ausgeprägtes Umweltbewusstsein. So sammeln wir über 87 Prozent des Papiers und Kartons, um diese der Wiederverwertung zuzuführen. Das entspricht pro Einwohner einer Jahresmenge von 34,4 Kilogramm Altpapier, wobei die fleißigsten Sammler in jenen Bundesländern zu finden sind, in denen die Struktur der Sammelsysteme am besten organisiert ist. Wir lieben aber auch Elektro- und Elektronikgeräte wie Kühlschränke, Staubsauger, Computer, Fernseher, Lampen, elektrische Werkzeuge – sie sind aus Haushalten kaum mehr wegzudenken. Früher oder später sind sie Müll. Dieser Elektro-/Elektronikmüll wächst rasant, zumal auch funktionstüchtige Geräte (Handys) vorzeitig weggeworfen werden. Allerdings beinhalten viele dieser Gebrauchsgegenstände Schwermetalle. Seit August 2005 muss deshalb Österreichs Elektro-/Elektronikschrott lückenlos gesammelt und umweltgerecht verwertet werden. Seit damals gelten EU-weit selbst Duftstecker, elektrische Zimmerbrunnen und batteriebetriebene Armbanduhren als sammelwürdig. Und seitdem verdoppelte sich die Sammelmenge dieser Elektroaltgeräte auf neun Kilogramm pro Person und Kalenderjahr. Relativ wenig im direkten Papier-Vergleich. Um also einem ökologischen Desaster zu entgehen, müssen alle Verantwortung übernehmen: Hersteller, Händler (Sammelstellen) und Konsumenten! Die Zielsetzung? Eine möglichst hohe Wiederverwertungsrate, denn 30 Prozent elektronischer Restmüll sind eindeutig zu viel. Nur nicht wie die Deutschen enden. Dort sind die Elektronikgerätehersteller für die Produktentsorgung selbst verantwortlich. Die innerdeutsche Verwertung hat sich verschlechtert, der Altgeräte-Export in Richtung Asien ist sprunghaft gestiegen.
Ausgewählte Berichte und Kommentare aus den Schwerpunkt-Ausgaben bereits erschienener economy Printausgaben.


Michael Liebminger, Economy Webartikel, 23.12.2011 Kommentar posten


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