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18. April 2019

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Open Government Data passiert

Open Government Data passiert@Piqs.de/Melmak

Das gemeinnützige Datenportal data.gv.at wurde umfangreich überarbeitet. Aktuell steht nunmehr ein Datenkatalog mit mehr als 20.700 nicht-personenbezogenen Daten zur freien Nutzung für unterschiedliche Zielgruppen wie auch Experten zur Verfügung.

Das Datenportal data.gv.at ist das zentrale Einstiegsportal zu allen offenen Daten der österreichischen Verwaltung. Open Government Data and Documents sind Informationen, die keine personenbezogenen sowie keine infrastrukturkritischen Daten enthalten und die vom Bund, den Ländern, Städten und Gemeinden im Rahmen ihrer Aufgaben erstellt, verarbeitet und auf freiwilliger Basis oder nach dem Informationsweiterverwendungsgesetz veröffentlicht werden.
„Auf Data.gv.at gibt es aktuell über 20.700 Datensätze. Bereits 450 Apps und Internet-Services nutzen die Daten auf dem Portal und stellen den Bürgern weitere Serviceleistungen zur Verfügung“, erläutert Margarete Schramböck, verantwortliche Ministerin für Digitalisierung und Wirtschaft.

Neue Inhalte und Suchfunktionen für verschiedene Zielgruppen
Das Datenportal macht nun diese umfangreiche Datensammlung mit einer neuen Suche für alle zugänglich. Die Themen reichen von „Bildung“ und „Finanzen“ über „Gesundheit“, „Kunst“ und „Sport“ bis hin zu „Verkehr“ oder „Wirtschaft“. So gibt es beispielsweise detaillierte Daten zu allen denkmalgeschützten Objekten, Wetterdaten, Wasserqualitäten, Biotopen und Baumbeständen, aber auch zu Wahlergebnissen, der Verkehrslage und zu tausend weiteren interessanten Themen.
Darüber hinaus werden auch alle Daten von Opendataportal, dem Schwesterndatenportal für Wirtschaft, Kultur, NGO/NPO, Forschung und Zivilgesellschaft bei der Suche berücksichtigt. Weil die Daten aus verschiedensten Themengebieten stammen und in unterschiedlichen Formaten vorliegen, ist der Datenkatalog des neu überarbeiteten Portals eine wichtige Hilfe zu deren Nutzung. Die Dreiteilung in die Bereiche „Daten“, „Dokumente“ und „Anwendungen“ soll den Zugriff für jede Zielgruppe entsprechend einfach machen.
Jede/r kann sich aus dem Bereich „Anwendungen“ fertige Apps herunterladen, um Daten unkompliziert auf dem Handy oder mittels Mac und PC zu nutzen. Wer sich für Berichte interessiert, findet im Bereich „Dokumente“ eine Vielzahl an Informationen, die aufgrund der Verwendung von offenen Lizenzen einfach wiederverwendet werden können. Für Experten gibt es Rohdatensätze, die sich dank einer Metadatenbeschreibung in bestehende oder neue Anwendungen einbinden lassen.

Europaweiter Informationskreislauf
Parallel stellt das neue Portal auch eine Schnittstelle zum europäischen Datenportal Europeandataportal bereit, so dass alle offenen Daten auf globaler Ebene nutzbar sind. Dies soll wiederum Entwickler sowie Wirtschaft und Forschung aus ganz Europa zu kreativen Ideen und neuen Anwendungen inspirieren, um aus Daten einen Mehrwert für ihre Benutzer zu generieren. Die fertigen Anwendungen können sodann gemeldet werden und stehen so allen Interessierten im Anwendungsverzeichnis zur Verfügung.
Laut Aussendung des Digitalisierungsministeriums sind auf diesem Weg bereits sehr viel Anwendungen entstanden, darunter eine Web-Anwendung für die Seestadt Aspern in Wien, die sämtliche Infrastruktureinrichtungen, Geschäfte und Unternehmen dieses „Grätzls“ ersichtlich macht. Oder eine Handy-App für Gleitschirmflieger, die basierend auf Open Data alle Luftfahrthindernisse in Tirol wie etwa Seilbahnen, Stromleitungen u.ä. in Echtzeit während des Fluges darstellt. Ähnliche Innovationen gibt es auch in anderen Bereichen wie etwa der Landwirtschaft, dem Umweltschutz, der Gesundheit oder dem öffentlichen Verkehr, hier etwa mit den Daten der Wiener Linien.

Technische Umsetzung und aktuelle Nutzung
Seit dem Start des Datenportals Data.gv im Jahr 2012 verantwortet das Bundesrechenzentrum (BRZ) im Auftrag der Cooperation OGD Österreich den Betrieb der Plattform und die Umsetzung der technischen Weiterentwicklungen. Dabei kommen hauptsächlich Open Source-Komponenten zum Einsatz. Das Portal wurde 2014 von den Vereinten Nationen mit dem UN Public Service Award ausgezeichnet.
Eigenen Angaben zufolge hat das Portal im Durchschnitt 1.200 Webseitenbesucher pro Tag, die auf über 20.700 Datensätze und 450 Anwendungen zugreifen können. Die nächste Ausbaustufe findet im heurigen Frühjahr statt, wo die Plattform um Datensätze zu Ausschreibungen der öffentlichen Verwaltung erweitert wird (economy berichtete). Ziel ist, die Transparenz in öffentlichen Beschaffungsvorgängen signifikant zu erhöhen.

Links

red/mich, Economy Ausgabe Webartikel, 07.03.2019