Leben
zur Startseite "Leben"Keep smiling
Foto: FousekWenn man sich den verbissenen Gesichtsausdruck mancher Hobbyläufer ansieht, könnte man Mitleid bekommen. Keine Zeit für ein leichtes Kopfnicken, einen Gruß oder gar ein Lächeln. Die Anstrengung steht dem Sportler oder der Sportlerin buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Ähnliche Bilder kann man auch in Fitnesscentern erleben. Klar, ohne ein intensives, regelmäßiges Training sind keine sportlichen Ziele zu erreichen. Das ist auch das Schöne daran: auf ein großes Ziel hinzuarbeiten und es dann zu schaffen. Nicht wenige weinen vor Glück, wenn sie nach 42,195 Laufkilometern die Ziellinie bei einem Marathon erreicht haben. Nur: So ein sportliches Ziel geht nicht so locker nebenbei, noch weniger locker bei einem 40-Stunden-Job, und ganz schwierig wird es mit Partner oder Familie. Man muss wissen, worauf man sich einlässt, wenn einen der sportliche Ehrgeiz packt. Und man sollte ehrlich zu sich selber sein, warum man das tut. Es ist okay, wenn man voller Stolz seinen Kollegen erzählen kann, dass man an einem Marathon teilgenommen ist. Aber es ist genauso okay, ganz gemütlich in der Natur eine Laufrunde zu drehen oder schwimmen zu ge-hen oder Tennis zu spielen oder was auch immer. Wichtig ist, dass es Spaß macht und gut tut, den Kopf frei macht und positive Gedanken bringt. Wer regelmäßig jahrelang Sport betreibt, hat gelernt, ab und zu seinen Schweinehund zu überwinden, und entwickelt ein Gefühl dafür, ob eine Anstrengung richtig ist, um sich nachher gut zu fühlen. Ambitionierte Sportler wissen auch, dass die Erholung genauso auf den Trainingsplan gehört wie die Belastungssteigerung. Auch dafür muss Zeit sein. Falscher Ehrgeiz ist für Gesundheitssportler jedenfalls ein schlechter Ratgeber, und wer durch Bewegung einfach nur Stress abbauen möchte, sollte leistungsorientierte Trainingspläne gleich zerreißen.
Ausgewählte Berichte und Kommentare aus den Schwerpunkt-Ausgaben bereits erschienener economy Printausgaben.
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