Keep smiling

Keep smiling (Fousek)Foto: Fousek

Wenn man sich den verbissenen Gesichtsausdruck mancher Hobbyläufer ansieht, könnte man Mitleid bekommen. Keine Zeit für ein leichtes Kopfnicken, einen Gruß oder gar ein Lächeln. Die Anstrengung steht dem Sportler oder der Sportlerin buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Ähnliche Bilder kann man auch in Fitnesscentern erleben. Klar, ohne ein intensives, regelmäßiges Training sind keine sportlichen Ziele zu erreichen. Das ist auch das Schöne daran: auf ein großes Ziel hinzuarbeiten und es dann zu schaffen. Nicht wenige weinen vor Glück, wenn sie nach 42,195 Laufkilometern die Ziellinie bei einem Marathon erreicht haben. Nur: So ein sportliches Ziel geht nicht so locker nebenbei, noch weniger locker bei einem 40-Stunden-Job, und ganz schwierig wird es mit Partner oder Familie. Man muss wissen, worauf man sich einlässt, wenn einen der sportliche Ehrgeiz packt. Und man sollte ehrlich zu sich selber sein, warum man das tut. Es ist okay, wenn man voller Stolz seinen Kollegen erzählen kann, dass man an einem Marathon teilgenommen ist. Aber es ist genauso okay, ganz gemütlich in der Natur eine Laufrunde zu drehen oder schwimmen zu ge-hen oder Tennis zu spielen oder was auch immer. Wichtig ist, dass es Spaß macht und gut tut, den Kopf frei macht und positive Gedanken bringt. Wer regelmäßig jahrelang Sport betreibt, hat gelernt, ab und zu seinen Schweinehund zu überwinden, und entwickelt ein Gefühl dafür, ob eine Anstrengung richtig ist, um sich nachher gut zu fühlen. Ambitionierte Sportler wissen auch, dass die Erholung genauso auf den Trainingsplan gehört wie die Belastungssteigerung. Auch dafür muss Zeit sein. Falscher Ehrgeiz ist für Gesundheitssportler jedenfalls ein schlechter Ratgeber, und wer durch Bewegung einfach nur Stress abbauen möchte, sollte leistungsorientierte Trainingspläne gleich zerreißen.
Ausgewählte Berichte und Kommentare aus den Schwerpunkt-Ausgaben bereits erschienener economy Printausgaben.


Stephan Fousek, Economy Webartikel, 16.12.2011 Kommentar posten


Sind wir Markentrottel?

Sind wir Markentrottel?

Was täten meine Frau und ich bloß ohne TV-Spots, die uns penetrant und mit ge stiegener ... mehr

Durstig bis zum Umfallen

Durstig bis zum Umfallen

Sie haben alles – vom Baby-Alter angefangen. Die Kinder von heute leben im Überfluss. Sie haben ... mehr

Zwischen Ringelreih und Räuberei im Netz

Zwischen Ringelreih und Räuberei im Netz

Paranoia tut not, weil das Internet immer näher kommt. Paranoia tut not, weil das ... mehr

Der Sensenmann hat mich schon

Der Sensenmann hat mich schon

„Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben!“ Dieser Satz kommt mir dieser Tage bei der mehr ... mehr

Fest or Famine

Fest or Famine

Despite all the negative statistics on unemployment, a global Manpower-study indicates that 50 ... mehr

Abgebrüht und älter

Abgebrüht und älter

Hund oder Katz am Kragen festgenäht – wer will das schon? Wenn Tiere im Wohnzimmer wohnen und ... mehr

Creating Happiness at Work

Creating Happiness at Work

Annually, top leadership gurus, from renowned psychologist Marty Segilman to former Polygram ... mehr

Bloß nicht jüdisch sein

Bloß nicht jüdisch sein

„Papa, heute war ich ein Jude.“ Das sagte das Kind zum Vater, das einen Stern auf seinen ... mehr

Schlaflos in die E-Bildung

Schlaflos in die E-Bildung

Marktforscher, liebevoll auch Auguren genannt, wollen ein aufflammendes Verlangen nach ... mehr

Wetterdilettanten

Wetterdilettanten

Eigentlich schneit es hier in North Carolina ja nicht. Der Winter besteht aus Temperaturen, die ... mehr

In sechs Monaten wird sicher alles besser

In sechs Monaten wird sicher alles besser

Call-in-Fernsehen entwickelt sich immer mehr zum Volkssport. Begonnen hat alles mit ... mehr


 

Ihre Meinung:

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
Image CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.