Ein Fall für die Hoffnung

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Gesundheitsbewusstsein kann einem schon Angst machen. Täglich hinterlassen Meldungen, welche Krebsart sich wodurch hervorrufen lässt, eine Art psychologischen Hindernisparcours, der den Blick konzentriert am potenziellen Kranksein orientiert hält. Lösungen werden wenige geboten, weil vieles vorläufig ist und Schlussfolgerungen wenig ratsam sind. Die Krebsforschungsinformationsflut eignet sich am anderen Ende der Skala auch nicht für eine fatalistisch-entspannte Haltung, vielmehr scheint das Leben mit einer sich laufend erneuernden Menge an möglichen kleinen und großen Toden durchzogen, die sich bis dahin bedeckt hielten. Gern tritt auch Widersprüchliches ans Licht: So fanden Wissenschaftler der Harvard Medical School kürzlich heraus, dass sich Übergewicht vor der Menopause doch hemmend auf die Entstehung von Brustkrebs auswirken könnte. Kommando zurück also und den schlanken Brokkoli gegen Deftigeres ausgetauscht? Nicht so schnell. Das Übergewicht könnte lediglich ein guter Nährboden sein, um Krebs über Jahre hinweg langsam wachsen zu lassen. Denn sind die weiblichen Wechseljahre erst einmal erreicht, gelten überzählige Kilos als weiterer Risikofaktor. Manchmal allerdings scheint sich aus halbfertigen wissenschaftlichen Erkenntnissen eine gewisse Wahlfreiheit abzuzeichnen: etwa, wenn sich chemische Stoffe vermeiden lassen, die zwar keinen direkten Krebsverdacht aufweisen, dennoch aber das Erbmaterial verändern und sich in den Hormonhaushalt einmischen. Es mag nicht des Rätsels Lösung sein, aber Hoffnung ist oft einfacher gestrickt als man denkt. Und eine Strategie, die nach bestem Wissen nicht schadet, kann eine sehr nützliche sein.
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Alexandra Riegler, Economy Webartikel, 25.11.2011 Kommentar posten


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