Leben
zur Startseite "Leben"Domizil auf Zeit
Foto: Laut einer Umfrage sind nur neun Prozent aller Österreicher noch nie umgezogen, zwölf Prozent dagegen sechsmal oder häufiger. Jeder Vierte plant in der nächsten Zeit einen Umzug. Österreich im Übersiedlungsfieber? Ein Haus auf dem Land oder doch lieber eine Wohnung in der Stadt? Mieten oder kaufen? Das sind Entscheidungen, die der Durchschnittsösterreicher zunehmend öfter treffen muss als nur einmal im Leben. Der Trend zum Wohnungswechsel wird von Lebensabschnittsdomizilen geprägt. Junge Menschen, in der Regel Singles, schätzen die vielfältigen Freizeitmöglichkeiten und die facettenreiche Urbanität und ziehen ins Stadtzentrum, falls sie es sich leisten können. Für sie sind Dörfer vom Rhythmus des Tages geprägt, Städte vom Rhythmus der Nacht. Junge Familien hingegen bauen Häuser im Speckgürtel, schaffen sich eine Idylle mit Koi-Teich und betrachten von Mödling oder Korneuburg aus die Weltstadt verächtlich als Hochburg des Provinzialismus. Ja, man sollte die Städte auf dem Land bauen, da ist die Luft besser, und jeder kennt jeden, lautet deren Credo. Doch irgendwann kommt Skepsis auf. Auf dem Land passiert zu wenig, in der Stadt zu viel. Nach der Scheidung, spätestens im Alter, kehren viele zurück in die Stadt, um nicht isoliert oder besser angebunden zu sein. Auch darüber wird Statistik geführt. Eines aber gilt in jedem Abschnitt: Die Menschen, nicht die Häuser machen sowohl die Metropole als auch das 500-Seelen-Dorf aus.
Ihre Meinung: