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zur Startseite "Leben"Disco-Treiben
Foto: Astrid KaskarekUnter dem Motto „Bauer sucht Sau“ geht im Tanzpalast Öpping in Oberösterreich die „schweinegeilste Singleparty des Jahres“ über die Bühne. „Erntehelfer helfen dir, deinen Traumbauern/deine Traumsau zu finden. Kuhwettmelken, BSE-Test und weitere Specials stehen auf dem Programm. Mit Gummistiefeln Gratis-Eintritt.“ Und der wird fleißig genutzt. Auch zahlreiche Gäste aus der Landeshauptstadt reisen an, um sich bei einem deftigen Mix aus Volks- und Popmusikhits zu amüsieren.
„Echt abgefahren“, kommentieren die von economy befragten Urban-Kids grinsend das schweinische Treiben in Oberösterreich und machen sich auf den Weg ins Prater Dome, das Nonplusultra der städtischen Großraumdiscos. Dort warten 3500 Quadratmeter Vergnügungsfläche auf bis zu 4000 Besucher, 70 Kellner, zwölf Security-Guards, acht Gogo-Tänzerinnen. Nicht zu vergessen das zweimuschlige Damenklo! Eine einmalige Attraktion für alle Girlies, die in der Regel zu zweit aufs Klo marschieren, um dort eine ausführliche Expertise über die anwesenden Boys zu erstellen (siehe Foto oben).
Undogmatische Jugend
Die Motive jugendlicher Nachtschwärmer hinsichtlich der Wahl der samstägigen Fun-Location sind vielschichtig: Lieblingsmusik hören, dem Lieblings-DJ nachreisen, sich dem Gruppenzwang unterordnen und den Freunden folgen. Der Lust auf Gemeinschaft wird häufig auch der eigene Musikgeschmack untergeordnet. Wenn die Freunde dort hingehen wollen, geht man halt mit – selbst wenn es im Grunde gar nicht dem eigenen Lebensstil entspricht.
„Im Vergleich zu den Bewegungen der 70er und 80er Jahre, wo sich Mods und Popper oder Punks und Skins aus weltanschaulichen Gründen bekriegten, ist die heutige Jugendkultur nicht mehr so monolithisch geprägt“, erklärt Manfred Zentner, Mitarbeiter am Institut für Jugendkulturforschung in Wien. „Je nach Laune und Stimmung ziehen sich die Kids Highlights der aktuellen Hitparade rein, später wechseln sie ins nächste Lokal, wo ein geiler DJ brandneuen Drum ’n’ Bass präsentiert.“ Diese Vielfalt an Unterhaltungsangeboten sei zwar ein rein urbanes Phänomen, die karge Auswahl an Lokalen auf dem Land ist jedoch im Zeitalter der frühen Motorisierung der Kids kein Problem mehr, betont der Jugendforscher. Mit 15 hat dort fast jeder ein Moped, ab 17 den Führerschein, um jederzeit in die nächste Stadt auf Disco-Tour zu fahren.
Die individuelle Mobilität ist auf dem Land ausgeprägter als im städtischen Bereich. Dafür sind die Bekleidungsvorschriften auf dem Land freizügiger. „Mit Flipflops und abgerissenen Shorts kommt ins Prater Dome niemand rein“, betont Thomas Züchner, Geschäftsführer des Megatanztempels. Ob das wohl auch für Gummistiefelträger gilt?
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