Der Traum vom Skifahren

Der Traum vom Skifahren ()Foto:

Ein Großteil der Seilbahnbetreiber fädelt preislich immer öfter ein.

Alle Jahre wieder ärgert zum Start der Wintersaison die heimische Skisportfamilie ein Umstand ganz besonders: gestiegene Liftkartenpreise. Im Internet posten die Pistenfreaks zu den gewohnten „Skifahren wird teurer“-Meldungen ihre Meinungen („Ab ins benachbarte Ausland – das Billigskiparadies Tschechien“) und Lösungsvorschläge („Einfach Tourengehen oder Snowkiten“). Manch einer sucht nach Alternativen: „Sind für Skifahrer, die sich ihren Schnee selbst mitbringen, Ermäßigungen geplant?“ Glaubt man aktuellen Umfragen, dann haben die permanenten Preisanstiege bei knapp 60 Prozent der Befragten das Ziel erreicht. Ihr Urteil: Ich kann mir diesen Sport nicht leisten! „Unverhältnismäßig gestiegene Energie- und Treibstoffpreise“, „wachsende Personalkosten“ oder „hohe Kosten bei den Beschneiungsanlagen“ – mit diesen Argumenten begegnen Seilbahnbetreiber häufig dem Wehklagen ihrer Klientel. Die 260 Unternehmen der österreichischen Seilbahnwirtschaft haben für heuer Investitionen in der Höhe von 523 Mio. Euro budgetiert. Die möchten schließlich auch verdient werden.

Ehrenwerte Unternehmer
Auf der schneelosen Großstadtasphaltpiste bleiben deshalb Familien mit ihren Kindern zurück. Die fi nanzielle Belastung eines Skiurlaubs scheint zu groß. Zusehends verzichten sie auf das sportive Vergnügen in der weißen Pracht. Der Zukunft des Wintertourismus wird somit kontinuierlich die breite Basis entzogen. Dass es auch anders geht, zeigen einige kleinere Wintersportregionen, die preislich auf dem Vorjahresniveau geblieben sind oder äußerst moderat den Weg nach oben beschritten. Zu ihnen zählen beispielsweise auch die Bergbahnen Fieberbrunn (www.bbf.at) in den Kitzbüheler Alpen. Elf Bahnen und Lifte mit 35 Pistenkilometern stehen unweit der berühmten „Streif“ den Skifahrern zur Verfügung. Um das Angebot dieser Bergwelt zu steigern, investierten auch sie 7,5 Mio. Euro in eine neue Achter-Gondelbahn. Vorher haben die Verantwortlichen noch ihre Hausaufgaben gemacht. Sie brachten in diesem Jahr eine betriebswirtschaftliche Software für Bergbahnbetreiber zum Einsatz – dieses Produkt stammt übrigens von einem Salzburger Unternehmen (www.rs-soft.com). Für die Bergbahnen Fieberbrunn ging es darum, zuerst auf der Ausgabenseite Kostenpotenziale aufzuspüren, ehe die Kunden zum Geldbörserl greifen müssen. Kein Zufall, dass sich dieses feine Skigebiet trotz aller Investitionen in einer imaginären, österreichweiten Preis-Skala im untersten Segment bewegt. Da ist der Stockerlplatz in diesem Winter schon fast sicher. - Ausgewählte Berichte und Kommentare aus den Schwerpunkt-Ausgaben bereits erschienener economy Printausgaben.


Michael Liebminger, Economy Webartikel, 09.02.2012 Kommentar posten


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