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zur Startseite "Leben"Bremsklotz Dialekt
Foto: Eine gemeinsame Sprache verbindet Menschen. Oft betonen Politiker, dass das Beherrschen der Landessprache eine wichtige Voraussetzung für Integration darstellt. Das weckt Erinnerungen. An meinen ersten London-Besuch vor über 20 Jahren. Der Mann meiner Cousine sprach tiefsten Dialekt. Ich verstand kein Wort. Meinem Bruder wurde unterstellt, er spreche schottisches Aberdeen-Englisch. Wir sprachen zwar eine Sprache, verstanden einander aber nicht. So gesehen diente der Dialekt immer schon als Sprachnische, als Sprachform mit geringster regionaler Reichweite. Auch im ländlichen Raum gibt sich der Dialektsprecher bereits im Nachbarort als ortsfremd zu erkennen. Deutsche Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Dialekt ein Hauptgrund für eingeschränkte Mobilität am Arbeitsmarkt ist und Dialekte als eine Art regionales Gedächtnis fungieren. Der Globalisierung zum Trotz, obwohl immer mehr Anglizismen Einzug halten. Wer würde schon freiwillig auf die Idee kommen und „I bin jetz’ im ‚G’sichtsbuch‘ registriert“ sagen? Die Veränderung des Gesprochenen erfolgt eben langsam und schleichend. Nur lassen sich Dialekte als regionale Identität nicht einfach ausradieren. So gesehen verwundert es nicht, dass Migrantenkinder hierzulande ein Sprachgemisch aus bruchstückhaftem Deutsch und ihrer Muttersprache anwenden. Hervorragende Voraussetzungen für ein vereintes Europa der Regionen oder Integrationsbemühungen – das war jetzt zynisch gemeint.
dialekt macht schlau... (
zum nachlesen:
http://www.sueddeutsche.de/wissen/125/324990/text/
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