Bitte umdenken

Bitte umdenken (Privat)Foto: Privat

Elektromobilität ist in aller Munde. Umstieg auf Elektrofahrzeuge – die Antwort im Verkehrsbereich auf den Klimawandel? Nein, zu wenig. Elektroautos sind weit leiser als die meisten heutigen Fahrzeuge und überzeugen trotzdem mit Beschleunigung; und das ohne Abgase, was besonders in Städten mit schlechter Luftqualität ein immenser Vorteil ist.
Dennoch: Es geht um weit mehr. Die Umsetzung von Elektromobilität löst unsere Klimaprobleme nur dann, wenn der Strom dafür nur aus erneuerbaren Energien hergestellt wird, beispielsweise mit einer Fotovoltaikanlage auf dem Dach. In Zukunft wird die Batterie auch als Speicher für erneuerbare Energien eingesetzt werden können. Wenn wir nicht fahren, kann ein Teil des Stroms ins Netz gespeist werden.
Aber auch das reicht noch nicht! Umdenken ist angesagt – nicht mehr einfach mit dem Auto eine ganze Strecke fahren, sondern mit dem Fahrrad, oder noch besser mit dem Elektrofahrrad, zur nächsten Haltestelle und von dort mit dem Zug eine längere Strecke; und danach mit dem Carsharing-Elektroauto zum Ziel gelangen.
Viele Menschen sind heute Benutzer von Fahrzeugen, die den Großteil der Zeit „Stehzeuge“ sind; und die Parkplätze verbrauchen, dort, wo der Platz besser für Menschen genutzt wäre. Ändern kann man dies mit einem guten öffentlichen Verkehrsnetz, wie sich anhand der in den letzten Jahren kontinuierlich sinkenden Anzahl von Pkws in der Wiener Innenstadt schon jetzt beweisen lässt. Entsprechende Umsteigemöglichkeiten müssen vorhanden sein, ein Auto könnte man, falls notwendig, ausborgen. Die Verknüpfungspunkte zwischen den einzelnen Systemen müssen passen – entsprechende Anschlüsse, eine Karte für alle Verkehrsmittel, Öffis, Sammeltaxi, E-Fahrzeug, bis ins letzte Dorf. Wozu dann ein „eigenes“ Auto, auch wenn es ein Elektroauto wäre?
Doris Holler-Bruckner ist Präsidentin des Bundesverbands Nachhaltige Mobilität.


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Doris Holler-Bruckner, Economy Printausgabe 80-01-2010, 29.01.2010 Kommentar posten


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