Leben
zur Startseite "Leben"Bis ins Alter mobil
Foto: WilkeIn früheren Jahren war es üblich, mit zunehmendem Alter den eintretenden Verlust der Mobilität als natürlichen Prozess hinzunehmen. Mit der Entwicklung von Kunstgelenken, sogenannten Endoprothesen, war es erstmals möglich, die Gelenksbeweglichkeit wiederherzustellen, Schmerzfreiheit zu erzielen und dem Patienten zu einer verbesserten Lebensqualität zu verhelfen. Durch Verbesserungen der Operationstechniken, der Belastbarkeit der Materialien sowie des Prothesendesigns kann nun auch den Ansprüchen der Patienten hinsichtlich ihrer sportlichen Aktivitäten Rechnung getragen werden.
So ist es heute möglich, auch nach Implantation eines Kunstgelenks in Hüfte oder Knie – nach intensiver orthopädischer oder sportmedizinischer Beratung – seinen gewohnten Sportarten nachzugehen. Dabei müssen – um die „Haltbarkeit“ der Prothese nicht zu beeinträchtigen – Bewegungsabläufe wie abrupte Stop-and-go-Bewegungen oder Belastungsspitzen (etwa Sprünge) vermieden werden.
Ansonsten sind auch nach der Implantation von Endoprothesen viele Sportarten meist problemlos möglich: Wandern, Walking, Radfahren; eingeschränkt meist auch Jogging, Golf, Tischtennis, Kegeln, Schwimmen, Langlauf; mit besonderer Vorsicht bei entsprechendem Trainingszustand durchwegs auch Tennis und alpiner Skilauf.
Grundsätzlich sind Sportarten mit erhöhtem Verletzungsrisiko, die gleichzeitig auch zu höheren Belastungen des Kunstgelenks führen können, wenig geeignet. Andererseits gibt es keinen statistisch gesicherten Beleg dafür, dass es dabei häufiger zu Lockerungen des Kunstgelenks kommt. Ungeachtet dessen gelten aber in jedem Fall auch für diese Sportarten die erwähnten Voraussetzungen der Sportfähigkeit bei Endoprothesenträgern und die Notwendigkeit des Vermeidens kontraindizierter Bewegungsformen.
Johannes Gründler ist Facharzt für Orthopädie und orthopäd. Chirurgie.
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