Ausländer, ja bitte

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Die Volksseele kocht – in Zeiten der Arbeitslosigkeit und der Wirtschaftskrise. „Ausländer raus“, sagen und denken sich da viele. Wozu brauchen wir denn die da? Fakt ist, und das ist durch zahlreiche Studien von Soziologen, Volkswirtschaftlern und Zukunftsforschern untermauert: Langfristig wird es in Europa einen Arbeitskräftemangel geben. Europa ist ein Land der Alten; bis zum Jahr 2015 soll sich die Zahl der erwerbsfähigen Arbeitskräfte halbiert haben, wenn nicht schleunigst gegengesteuert wird. Daher hat auch die EU erkannt, dass es eine der wichtigsten Herausforderungen der nächsten Jahre ist, qualifizierte Fachkräfte nach Europa zu holen – egal aus welchem Land sie stammen. Migration ist ein Gebot der Stunde. Schade nur, dass die nationalen Politiker der EU-Mitgliedsstaaten bis dato sinnvolle und wirksame EU-Maßnahmen dazu verhindert haben. Siehe „Blue Card“, eine leider nur halbherzige Angelegenheit und keine Konkurrenz für die US-„Green Card“. Natürlich ist es politisch schwierig, der eingesessenen Bevölkerung Migranten quasi „vor die Nase“ zu setzen. Aber wie lange dauert es noch, bis etwa in Österreich endlich einmal eine sinnvolle Integrationspolitik realisiert wird? Dazu gehört eine rasche, unbürokratische Einbürgerung für qualifizierte Fachkräfte verbunden mit Maßnahmen wie Sprachförderung oder sozialer Einbindung. Und eine Aufklärungskampagne für Österreicher: Wir brauchen die Ausländer, weil es hierzulande (leider) einfach zu wenig Nachwuchs gibt.


Christine Wahlmüller, Economy Printausgabe 80-01-2010, 29.01.2010 Kommentar posten


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