Weißt du, wie viel Sternlein stehen

Weißt du, wie viel Sternlein stehen ()Foto:

Die Vereinten Nationen haben 2009 zum Internationalen Jahr der Astronomie erklärt – und Österreich feiert mit.

„Das Weltall, unendliche Weiten ...“ – Hand aufs Herz, wem von uns fällt da nicht spontan der Eingangsmonolog von Raumschiff Enterprise ein, wenn es darum geht, seinen ganz persönlichen Zugang zur Astronomie zu skizzieren.
Damit sich das ändert, hat die Vollversammlung der Vereinten Nationen am 20. Dezember 2007 beschlossen, das Jahr 2009 offiziell zum „International Year of Astronomy“ (IYA 2009) zu erklären. Initiiert wurde der planeten- und sternenreiche Event von der International Astronomical Union (IAU) und der Unesco – und zwar in Erinnerung daran, dass Galileo Galilei 400 Jahre zuvor sein erstes astronomisches Teleskop gen Himmel richtete und sich ihm damit neue Horizonte eröffneten (die ihn in weiterer Folge fast das Leben gekostet hätten).
In der Zwischenzeit hat die Technik das Ihre dazu geleistet, und wir sind in der Lage, das Universum sukzessive zu erschließen.

Astronomie popularisieren
Dass die Welt über unseren Köpfen nach wie vor nichts an Faszination verloren hat, dokumentieren anschaulich die Bestrebungen sämtlicher Staaten rund um den Globus, ihren Beitrag zur Erforschung des „Himmels“ zu leisten.
Thomas Posch vom Institut für Astronomie der Universität Wien ist einer der Projektkoordinatoren für das Österreich-Programm zum IYA 2009. Für ihn ist die Intention hinter dem Internationalen Astronomiejahr ganz eindeutig: „2009 haben wir die einmalige Chance, die Astronomie dorthin zu bringen, wo sie jetzt noch nicht ist, nämlich ins Bewusstsein der Menschen. Wir haben hier in Österreich ein ganz hervorragendes und vor allem dichtes Netz an Sternwarten und anderen astronomischen Volksbildungseinrichtungen. Damit diese aber greifen können, müssen die Leute auch hinkommen. Der Fokus des Jahres 2009 ruht deshalb ganz eindeutig auf der Popularisierung der Astronomie. Wir wollen diese wissenschaftliche Disziplin mehr, als das bisher der Fall ist, in der Bevölkerung verankern. Die Menschen sollen nachher sagen: Aha! Das ist also auch Astronomie. Es gibt zig Bezüge der Astronomie zu anderen, nicht nur wissenschaftlichen Disziplinen – zum Beispiel zur Literatur oder zur Musik. Es gibt aktuelle Bezüge zum Naturschutz, denn schließlich hat ein dunkler Nachthimmel ja auch was mit Vogelschutz zu tun.“

Breites Rahmenprogramm
Entsprechend vielfältig ist auch das Programm zum universalen Sternenfest in Öster-reich. So etwa wird mit der Uraufführung des Dramoletts Kepler, Galilei und das Teleskop eröffnet. Zeitgleich wird ein funktions-tüchtiger Naubau des ersten galileischen Fern--roh-rs 
der interessierten Öffentlichkeit präsentiert. Eine Podiumsdiskussion zum Thema „Wie hat das Teleskop unser Weltbild verändert?“ und ein Vortrag über die ESO, also die Euro-päische Organisation für astronomische Forschung in der südlichen Hemisphäre, zu deren Mitgliedern Österreich seit dem 1. Juli dieses Jahres offiziell zählt, komplettieren den Reigen der Startveranstaltung am 20. Jänner 2009.
Anfang April 2009 öffnen schließlich Österreichs astronomische Einrichtungen im Rahmen der weltweit abgehaltenen „100 Stunden der Astronomie“ ihre Pforten. Zusätzlich finden auf Einkaufsstraßen und öffentlichen Plätzen Teleskop-Vorführungen statt.


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Sonja Gerstl, Economy Printausgabe 68-01-2009, 01.01.2009 Kommentar posten


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