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Mobile Wissenschaften

Mobile Wissenschaften (Photos.com)Foto: Photos.com

Österreich fördert mit einem umfassenden Programm Mobilität und Karriere von Forschenden.

Ganz klar: Die Förderung der internationalen Mobilität von Forschern trägt wesentlich zur Gestaltung des europäischen Forschungsraums bei. Deshalb investiert die Europäische Union bereits seit geraumer Zeit enorme Beträge, um die EU als eine international relevante Region für wissenschaftliche Forschung zu etablieren. Einen ganz wesentlichen Stützpfeiler dieser Bemühungen stellt das erstmals im Mai 2008 von der Europäischen Kommission präsentierte Programm „Euraxess – Researchers in Motion“ dar. Euraxess steht für attraktive Forscherkarrieren. Getragen wird es von der Europäischen Kommission und 35 EU-Mitgliedsstaaten. Österreich ist aktiv an diesem Programm beteiligt.

Vier Initiativen
Vier Initiativen werden unter dem Namen Euraxess subsumiert. Zum einen „Euraxess Jobs“, eine kostenlose europaweite Jobbörse mit permanent aktualisierten Jobangeboten sowie Stipendien und Förderungen für Wissenschaftler. Mobile Forscher können ihren Lebenslauf in die­se Datenbank implementieren, und Unternehmen und Forschungsinstitute können ebenfalls kostenlos freie Stellen ausschreiben sowie gezielt nach Lebensläufen von internationalen Spitzenforschern suchen. Aktuell sind mehr als 4000 registrierte Einrichtungen und Unternehmen, davon 169 aus Österreich, auf diesem Portal aktiv. Dazu kommen über 16.000 Forscher. Das ergibt in Summe bis zu 275.000 Seitenzugriffe pro Monat.
Einen weiteren Schwerpunkt stellt „Euraxess Services“ dar. Dieses dient im Wesentlichen dazu, Forscher und deren Familien bei der Planung und Organisation des Aufenthalts in einem anderen Land zu unterstützen. Derzeit gibt es mehr als 200 Servicezentren in 35 europäischen Ländern, die bei Fragen von Visa, Aufenthaltserlaubnissen, Sprachunterricht, der Suche von Schulen für Kinder, Sozialversicherung, medizinischer Versorgung und bei der Wohnungssuche behilflich sind. „Euraxess Rights“ schließlich bietet Informationen über die Europäische Charta für Forscher und den Verhaltenskodex für die Einstellung von Forschern. Ziele des Kodex sind die Sicherstellung der Gleichbehandlung aller Wissenschaftler in Europa und mehr Transparenz bei deren Rekrutierung.
Die vierte Initiative stellt „Euraxess Links“ dar. Das ist ein Netzwerk für europäische Forscher außerhalb Europas, großteils die USA und Japan betreffend, das Wissenschaftlern internationalen Austausch ermöglichen soll. Zur Verfügung stehen ein Internetforum, Forscherdatenbanken, E-Mail-Benachrichtigungen und E-Newsletter. Zudem werden regelmäßig Networking Events für Mitglieder organisiert. Die Mitgliedschaft ist kostenlos.
In Österreich werden die Aktivitäten von Euraxess vom Bundesministerium für Wissenschaft und forschung (BMWF) koordiniert. Konkret besteht das nationale Netzwerk aus zwei „Servicezentren“: der Österreichischen Forschungsförderung (FFG) und dem Österreichischen Austauschdienst (OeAD). Darüber hinaus wurden 32 sogenannte Local Contact Points etabliert, die an den Auslandsbüros beziehungsweise Büros für Internationale Beziehungen und Forschungsservices der Universitäten sowie an regionalen Beratungszentren angesiedelt sind.

Zahlreiche Projekte
Aus den Fördergeldern, die von der Europäischen Union und auf nationalstaatlicher Ebene zur Verfügung gestellt werden, wird hierzulande eine Vielzahl von Projekten finanziert. Zuletzt ging es darum, die nationale Website zu überarbeiten und dem Layout des europäischen Euraxess-Portals anzupassen.
Zudem hinaus konnte dank dieser Mittel die Österreichische Datenbank für Stipendien und Forschungsförderung erweitert werden. Nunmehr kann man unter www.grants.at über 1000 aktuelle Stipendien, Förderprogramme und Preise abfragen. Rund 110.000 Seitenzugriffe werden Monat für Monat verzeichnet.


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Sonja Gerstl, Economy Printausgabe 80-01-2010, 29.01.2010 Artikel mailen
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