Frauen mit exzellentem Potenzial

Frauen mit exzellentem Potenzial (Photos.com)Foto: Photos.com

Die Leistungen von Frauen in Wissenschaft und Forschung entsprechend zu würdigen und die Akteurinnen ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken, ist die Hauptintention von „For Women in Science“.

She Figures 2009, die aktuelle Publikation der Europäischen Kommission zum Status quo von Frauen in der Wissenschaft, macht einmal mehr klar: Europa ist noch weit entfernt von einer Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern. Zwar nimmt der Anteil der Doktorandinnen in nahezu allen wissenschaftlichen Disziplinen zu, trotzdem sind europaweit lediglich 30 Prozent der Wissenschaftler und 18 Prozent der höchst dotierten Professoren Frauen – und das, obwohl die Anzahl der Wissenschaftlerinnen (6,3 Prozent) in Summe mehr steigt als die der Wissenschaftler (3,7 Prozent).
Wenig berauschend auch die Zahlen zum Wissenschaftlerinnenanteil in der Lehre: Demnach liegt dieser an den Hochschulen bei 37 Prozent, in den außeruniversitären Forschungseinrichtungen bei 39 Prozent und in der industriellen Forschung sogar bei enttäuschenden 19 Prozent.

Exzellente Ergebnisse
Zur Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung, vor allem aber zur Sichtbarmachung von Frauen in der Forschung vergibt der internationale Kosmetikkonzern L’Oréal in Kooperation mit der Unesco seit mehr als einem Jahrzehnt Auszeichnungen und Stipendien für herausragende Leistungen von Wissenschaftlerinnen.
Seit drei Jahren ist „For Women in Science“ auch hierzulande vertreten – und zwar in Form von vier Stipendien, die jungen Formal- und Naturwissenschaftlerinnen zur finanziellen Unterstützung ihrer Projekte verliehen werden. Die Stipendien werden in Kooperation mit der Österreichischen Unes­co-Kommission und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften vergeben und seit Beginn vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung durch Verdoppelung der Mittel gefördert.
Die beiden Chemikerinnen Michaela Aigner und Christina Lexer, die Mathematikerin Katja Sagerschnig und die Verhaltensbiologin Claudia Wascher sind die diesjährigen Stipendiatinnen. Michaela Aigner steht vor dem Abschluss ihres Doktorats, während Christina Lexer, Katja Sagerschnig und Claudia Wascher ihre wissenschaftliche Laufbahn bereits begonnen haben. Ausgewählt wurden sie von einer hochkarätigen Expertenjury, die nach dem Kriterium der Exzellenz entscheidet. Die sechs Jury-Mitglieder sind Universitätsprofessorinnen und -professoren, die der Österreichischen Akademie der Wissenschaften angehören, darunter die Mikrobiologin Renée Schroeder und der Experimentalphysiker Anton Zeilinger.

Neue Projekte
Alle vier Forscherinnen wären, so heißt es in der Begründung für die diesjährigen Preisträgerinnen, durch exzellente Studienergebnisse und Publikationen qualifiziert und hätten bereits großes Engagement für Forschung und Lehre gezeigt.Die Stipendien sollen es den Wissenschaftlerinnen ermöglichen, nächste Etappen in ihren Karrieren zu erreichen sowie neue Forschungsprojekte im In- und Ausland vorzubereiten.


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Sonja Gerstl, Economy Printausgabe 79-12-2009, 18.12.2009 Kommentar posten


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