Forschungsuniversum vor Ort

Forschungsuniversum vor Ort (Edition Lammerhuber/ÖAW-Verlag)Foto: Edition Lammerhuber/ÖAW-Verlag

Publikation der Österreichischen Akademie der Wissenschaften macht auf die heimische Wissenschaft aufmerksam.

Wie schauen Wissenschaftler eigentlich aus? Tragen sie die ganze Zeit über weiße Kittel und verderben sich ihr Augenlicht vor Computern sitzend oder in diverse Mikroskope schauend? Sind Forscher am Ende gar Schreibtischtäter?
Um all diese Klischees ein für alle Mal aus der Welt zu schaffen, hat der Innsbrucker Biologe Günter Köck gemeinsam mit seinem Kollegen Werner Piller ein umfangreiches Sachbuch herausgebracht, dessen Bildteil mit tatkräftiger Unterstützung des renommierten Fotografen Lois Lammerhuber schlussend­lich auch ins rechte Licht gerückt wurde.
Als Basis der über 400 Seiten schweren Publikation fungierte der Arbeitsalltag von mehr oder weniger bekannten österreichischen Wissenschaftlern, die im Dienste der Forschung durchaus bereit sind, auch schwerste körperliche Strapazen auf sich zu nehmen. Günter Köck: „Mit dem Buch verfolgen wir zwei Dinge: erstens Spitzenforschung in Österreich und die Menschen dahinter anschaulich zu präsentieren. Es gibt abseits von einigen bekannten Starforschern auch noch viel mehr State­-of-the-Art-Forschung in Österreich und viele Top-Leute, die es verdienen, ins Rampenlicht gerückt zu werden. Und unser zweites Anliegen ist es, Jugendliche für die Forschung zu begeistern.“ Das Ergebnis: In 33 Kapiteln werden in Planet Austria, so der Titel des Buches, 58 Projekte aus sieben internationalen Forschungsprogrammen, die vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung finanziert und an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften koordiniert werden, präsentiert. „Wir haben versucht, einen repräsentativen Querschnitt an wissenschaftlichen Top-Themen aufzubereiten“, so Köck.

Forschung vermitteln
Die Texte dazu stammen aus persönlichen Interviews und sollen nicht nur die Arbeit, sondern auch die Menschen dahinter zeigen.
Planet Austria soll, geht es nach den Wünschen der Verfasser, primär Schülerinnen und Schüler ab dem 14. Lebensjahr erreichen und darf deshalb auch in keiner Schulbibliothek fehlen. Besonderes Special dabei: Alle im Buch präsentierten Forscher haben sich bereit erklärt, bei Rückfrage beziehungsweise Interesse von Schulklassen auch persönlich zur Verfügung zu stehen und in die einzelnen Schulen zu gehen, um vor Ort Rede und Antwort zu stehen. So und nicht anders wird Wissenschaft greifbar.

Buchtipp
Günter Köck, Lois Lammerhuber und Werner E. Piller:
„Planet Austria“
Edition Lammerhuber/Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 49 Euro
ISBN: 978-3-7001-6627-6

Geballtes Wissen
Ecomont präsentiert sich als Vermittler von alpiner Forschung. Am Anfang stand die Idee, eine Zeitschrift herauszugeben, die all das Wissen über alpine Forschungstätigkeit einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich macht. Mittlerweile haben sich die Ausgaben von Ecomont, einer gemeinschaftlichen Publikation der Netzwerk Alpine Schutzgebiete (Alparc) und des Internationalen Wissenschaftlichen Komitees Alpenforschung (Iscar), auf dem wissenschaftlichen Markt etabliert. Federführend und koordinierend agiert hierbei die Innsbrucker Forschungsstelle für Gebirgsforschung (IGF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW).

ÖAW-Forschung im Überblick
• Alpenforschung. Forschungsschwerpunkte sind unter anderem Klimawandel, Wasser, Verkehr, Naturkatastrophen, Biodiversität, Sozioökonomie und die Geowissenschaften.

• Geophysik der Erdkruste. Gefördert werden Projekte der angewandten, ober­flächennahen Geophysik wie die Interpretation von Potenzialfeldern und das Modellieren von elektromagnetischen Daten.

• Global-Change-Programm.
In diesem Programm sind drei internationale Forschungsnetzwerke zusammengefasst: International Geosphere-Biosphere Programme (IGBP), World Climate Research Programme (WCRP) und International Human Dimensions Programme (IHDP). Gefördert werden Projekte zur Erforschung des globalen Umweltwandels.

• Hydrologie Österreichs.
Schwerpunkte des Unesco-Programms bilden derzeit die Bereiche Bodenfeuchte, Modellierung und Vorhersage von Niederschlägen.

• International Strategy for disaster reducation.
Hier werden Projekte zur Erforschung der Gründe und Risiken von Naturgefahren, zur Entwicklung von Methoden der Früherkennung natürlicher Katastrophen sowie zur Erarbeitung vorbeugender Maßnahmen gefördert.

• International Geoscience Programme. Gefördert werden in diesem Programm Kooperationsprojekte zu von der Unesco genau definierten Forschungsschwerpunkten wie Quartärgeologie, Umwelt- und Ingenieurgeologie, Sedimentologie, mineralische Lagerstätten, Geochemie, Geophysik und Struktur­geologie.

• Kommission für die Koordination der Kernfusionsforschung in Österreich.
Förderung von vielen Projekten im Technologiebereich.

• Man and Biosphere Programme. Dieses spezielle Unesco-Programm entwickelt wissenschaftliche und anwendungsorientierte Grundlagen im Bereich der Natur- und Sozialwissenschaften, die der langfristigen Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen und der Artenvielfalt dienen.


Links

Sonja Gerstl, Economy Printausgabe 78-11-2009, 20.11.2009 Kommentar posten


Wissenschaft zu wenig weiblich

Wissenschaft zu wenig weiblich

Noch vor etwas mehr als hundert Jahren durften Frauen erst gar nicht studieren. Heute gibt es ... mehr

Frauen bestimmen im Forschungsrat

Frauen bestimmen im Forschungsrat

Der neue Rats für Forschung und Technologieentwicklung (RFT) hat sich am 21. Oktober zu seiner ... mehr

Forschung am Scheideweg

Forschung am Scheideweg

Bei der Forschungsförderung an Unternehmen liegt Österreich im internationalen Vergleich an der ... mehr

So redet doch!

So redet doch!

In Alpbach ist man mundfaul und denkfaul. Attac hatte die Aktion gut geplant. Im Morgengrauen ... mehr

Hauptstadt von Plastic Valley

Hauptstadt von Plastic Valley

Das Silicon Valley gibt es schon – Linz will Zentrum des „Plastic Valley“ werden. Klingt ... mehr

Europa macht an Boden gut

Europa macht an Boden gut

Die drei größten staatlichen Forschungsförderstellen der USA verteilen 2010 mehr als 100 ... mehr

Smart City Wien

Smart City Wien

Neue Ideen für das „Ökosystem Stadt“: Wie müssen Infrastruktur, Energieverbrauch und ... mehr

Ein Zeichen für die Kunst

Ein Zeichen für die Kunst

Das Förderprogramm PEEK ist nicht die einzige Maßnahme, die seitens des Wissenschaftsfonds ... mehr

Ästhetische Grundlagenforschung

Ästhetische Grundlagenforschung

Das Wissenschaftsministerium fördert mit PEEK die Entwicklung und Erschließung der ... mehr

Von Komponist bis Filmemacher

Von Komponist bis Filmemacher

Die größte Musik- und Kunst-Uni der Welt (MDW) steht in Wien. Heute kämpft sie um ihre Vielfalt, ... mehr

Digitales und Reales

Digitales und Reales

Die ersten von PEEK geförderten Projekte werden bereits umgesetzt. Sieben Projekte wurden im ... mehr


 

Ihre Meinung:

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
Image CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.