Ohne Bargeld durch die Welt

Ohne Bargeld durch die Welt (Fotolia.com)Foto: Fotolia.com
Thomas Grabner: „Es gibt allgemein einen starken Trend zum bargeldlosen Bezahlen. Zum Vergleich: In den USA werden schon seit ein paar Jahren mehr als 50 Prozent aller Umsätze, also nicht nur im Internet, bargeldlos bezahlt. In Österreich liegen wir noch unter 20 Prozent“, erklärt der Geschäftsführer von Qenta. <strong>economy: Welche Bedeutung hat E-Payment im Internet in Österreich bereits? </strong> Thomas Grabner: Wir gehen von einem gesamten Einzelhandels-umsatz im Internet von rund 740 Mio. Euro aus. Die Hälfte davon sind echte E-Payment-Zahlungen. Allerdings wächst der „Markt“ für echtes E-Payment um 20 bis 25 Prozent pro Jahr und damit wesentlich stärker als der Gesamtmarkt, denn im Internet werden aufgrund der aufgeschlossenen Benutzer herkömmliche Zahlungsmethoden schnell durch zeitgemäße ersetzt. <strong>Wenn Sie von „echtem“ E-Payment sprechen, wie definieren Sie das?</strong> Es gibt noch immer genug Anwendungen im Internet, wo Sie in einem Webshop zwar eine Kreditkartennummer eingeben, der Shop-Betreiber Ihre Bestellung dann aber per E-Mail erhält und per Fax an das Kreditkarteninstitut schickt. Nicht dazu zählen wir auch Zahlungen über Terminals, mittels Datenträger-austausch oder zeitverzögerter Datenübermittlung. Echtes E-Payment läuft tat-sächlich internetbasiert ab, wobei die eingegebenen Daten in Echtzeit überprüft werden. Es geht darum, dass technische Protokolle zur Datenübertragung im Internet durchgängig zum Einsatz kommen. Und last not least wird die Transaktion über einen Payment Service Provider abgewickelt, der als Mittler zwischen einem Unternehmen und einer Kreditkartengesellschaft fungiert. <strong>Zählen Sie auch eps, den E-Payment-Standard, dazu?</strong> Ja, das zählt auch dazu. eps ist nach Visa und Mastercard bereits das wichtigste nationale elektronische Zahlungsmittel. Damit können auch Kunden, die keine Kreditkarte besitzen, im Internet elektronisch be-zahlen. Dieser von den meisten österreichischen Banken unterstützte Standard baut auf dem Überweisungsverfahren des Online-Bankings auf. Wenn ein Händler im Internet diese Zahlungsform anbietet, erscheint eine Eingabemaske, wie Sie sie vom Online-Banking Ihrer Hausbank kennen, in die Sie Ihre Verfügerdaten eingeben und damit die Überweisung von Ihrem Bankkonto aus durchführen können. <strong>Welche Entwicklung sehen Sie für das E-Payment in der nahen Zukunft?</strong> Es gibt allgemein einen starken Trend zum bargeldlosen Bezahlen. Zum Vergleich: In den USA werden schon seit ein paar Jahren mehr als 50 Prozent aller Umsätze, also nicht nur im Internet, bargeldlos bezahlt. In Österreich liegen wir noch unter 20 Prozent. Vor allem bei Kleinbeträgen wird es durch die Mastercard-Pay-Pass- und Visa-Pay-Wave-Terminals eine kleine Revolution geben. Die Kreditkarte wird dabei nicht mehr in ein Terminal eingeführt, sondern nur kurz an ein Lesegerät gehalten; ein in die Karte integrierter Spezial-Chip überträgt die Kartendaten dann per Funk. Damit können kleine Beträge, wie sie in Trafiken, im Kino oder in einem Lokal üblich sind, wesentlich schneller als mit Bargeld bezahlt werden, denn die Bezahl-Transaktion dauert weniger als eine Sekunde.

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Gerhard Scholz, Economy Printausgabe 66-11-2008, 21.01.2009 Kommentar posten


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