Bildung
zur Startseite "Bildung"Der Weg des Dialogs
Foto: Christian JungwirthCengiz Kulac, der ÖH-Vorsitzende der Uni Graz, bezeichnete die europäische Bologna-Konferenz in Wien Mitte März als das „Kopenhagen der Bildungspolitik“ und fordert weiterhin „eine lebendige Protestkultur“. Die Konferenz fand anlässlich des Abschlusses der ersten Phase zur Schaffung eines europäischen Hochschulraumes statt. Im Mittelpunkt stand dabei auch die Bewertung des Bologna-Prozesses. Über die aktuellen Hochschulthemen sprach economy mit der neuen Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (ÖVP).
economy: Österreich verfolgt im Bereich Wissenschaft und Forschung die sogenannte „Exzellenz-Strategie“: Wo sehen Sie Österreichs Schwerpunkte?
Beatrix Karl: Österreich kann im Forschungs- und Entwicklungsbereich auf eine sehr positive Entwicklung in den vergangenen zehn Jahren verweisen. Jetzt gilt es, diese Investitionen zu sichern und dort Maßnahmen zu setzen, wo die Exzellenz im Land gehalten werden soll, zum Beispiel in der Quantenphysik. Dort konnte sich Österreich im vergangenen Jahrzehnt an die Weltspitze setzen. Diese Spitzenposition zu verteidigen ist unsere gemeinsame Aufgabe. Aber auch im Bereich der Astrophysik haben wir mit dem Beitritt zur Europäischen Südsternwarte ESO Akzente gesetzt. Weitere Stärkenfelder der heimischen Forschung sind im Bereich der Materialwissenschaften, Nanowissenschaften und Molekularbiologie zu finden. Aber auch der geistes- und sozialwissenschaftliche Bereich hat sich hervorragend entwickelt, oder auch der Computational-Bereich. Da denke ich beispielsweise an den Wittgenstein-Preisträger 2009 Gerhard Widmer. Diese Breite muss gewahrt bleiben, weil nur eine breit aufgestellte Forschungsbasis für Spitzenleistungen sorgen kann.
Welchen Stellenwert besitzt für Sie Grundlagenforschung? Stichwort: Ohne Grundlagenforschung keine Innovation – wie stehen Sie dazu?
Grundlagenforschung ist die Basis des gesamten Innovationssystems. Ein starker und unabhängiger FWF (Österreichs zentrale Einrichtung zur Förderung der Grundlagenforschung, Anm. d. Red.) in enger Kooperation mit den Universitäten und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ist die beste Voraussetzung für die internationale Konkurrenzfähigkeit Österreichs als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort. Ich werde mich im Rahmen des FTI-Strategieprozesses der Bundesregierung für die weitere Stärkung der Grundlagenforschung in Österreich einsetzen.
Der FWF wurde mit einem starren und eingeschränkten Budget für fünf Jahre ausgestattet, was de facto eine Reduktion bei der Grundlagenforschung bedeutet. Wie stellen Sie sich da die Zukunft vor?
Zu den Zahlen: Dem FWF stehen zwischen 2009 und 2013 rund 800 Mio. Euro zur Verfügung. Aus dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung bekommt der FWF jährlich 160 Mio. Euro. Das sind im Vergleich zu den vergangenen fünf Jahren 25 Prozent, also ein Viertel, mehr an Mitteln. Die Neubewilligungssumme wird in den kommenden Jahren auf dem Niveau der vergangenen Jahre gehalten. Auch wenn die „Rekordsumme“ aus dem Jahr 2008 (183 Mio. Euro, Anm. d. Red.) nicht erreicht wird, ist die Finanzierung neuer Forschungsprojekte in den nächsten Jahren absolut sichergestellt. Zudem wurde die relativ krisenanfällige Konstruktion von Sondermitteln und schwer planbaren Stiftungsmitteln in ein verlässliches Regularbudget umgewandelt. Auch wenn wir uns alle noch mehr Mittel für den FWF wünschen – im Rahmen der derzeitigen wirtschaftlichen Situation wurde das Beste für den FWF herausgeholt.
Immer noch nur rund ein Fünftel der antragsberechtigten Forscher stellt FWF-Anträge. Viele meinen, FWF-Projektfinanzierungen seien zu schwierig. Ist dem so, beziehungsweise warum nur so wenige? Können Anreizsysteme wie bei der Uni Wien, wo der Overhead-Anteil an die Wissenschaftler geht, etwas ändern?
Der Weg der wettbewerbsorientierten Einwerbung von Drittmitteln hat sich in der Vergangenheit bewährt und soll daher auch fortgesetzt werden. Wenn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein FWF-Projekt erhalten, ist dies auch eine Qualitätszertifizierung ihrer wissenschaftlichen Arbeit, auf die sie stolz sein können. Zu den Overheads: Aus budgetären Gründen musste Johannes Hahn sie 2009 wieder abschaffen, nichtsdestotrotz bleiben sie ein wesentlicher Bestandteil meiner Forderungen im Rahmen einer neuen FTI-Strategie.
Zur Medizinforschung: Hier gibt es immer wieder Klagen, dass aufgrund von fehlenden Ressourcen keine Forschung möglich sei. Dazu kommt die Gratwanderung zwischen Grundlagen- und angewandter Forschung, wo es im Falle einer Beteiligung eines Pharmaunternehmens dann keine Grundlagenforschung mehr ist und es in der Folge etwa vom FWF kein Geld mehr dafür gibt. Das Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, kurz Cemm, direkt am AKH in Wien ist ein erster Schritt, hier eine Art Kompromiss zu schaffen. Wie sehen Sie diese Situation und Entwicklung, auch im Konnex mit den anderen Medizin-Standorten?
Ihre generelle Feststellung würde ich nicht unterschreiben. Laut Statistik Austria beliefen sich die Ausgaben für Forschung und Entwicklung 2007 für die Humanmedizin in Österreich auf mehr als 568 Mio. Euro. Zieht man die Zahlen des FWF für 2007 heran, so gingen rund 20 Prozent der bewilligten FWF-Fördermittel, rund 30 Millionen Euro, an die humanmedizinische Forschung. Es stimmt, dass die Förderungen durch den FWF primär auf die Grundlagenforschung ausgerichtet sind, es gibt aber auch eine Programmschiene für translationale Forschung, durch die anwendungsorientierte Projekte gefördert werden.
Das Forschungszentrum für Molekulare Medizin hat sich in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich entwickelt. Es gibt aber auch weitere positive Beispiele: An der Medizinischen Universität Graz befindet sich die derzeit die größte Gewebebiobank Europas. Zudem gibt es eine Reihe von Ludwig-Boltzmann-Instituten und Christian-Doppler-Labors, die in enger Zusammenarbeit insbesondere mit den Medizinischen Universitäten Forschung betreiben.
Forschungsförderungsinstitutionen wie Austria Wirtschaftsservice, kurz AWS, fordern die Schaffung von „öffentlichem“ Venture Capital zur Finanzierung von Forschung- und Entwicklungsprojekten. Ihr Amtsvorgänger Johannes Hahn hat diese Forderung mit Hinweis auf bereits laufende Regierungsgespräche unterstützt und zum Beispiel auf den Biotech-Bereich hingewiesen, wo mit aktuellen Finanzierungsinstrumenten kein Auslangen zu finden ist. Wie ist der aktuelle Stand? Ist das noch ein Thema, und wie denken Sie darüber?
Wirtschaftsminister Mitterlehner hat erst im Februar neue Impulse für Innovationen in der heimischen Wirtschaft über die Förderungsbank AWS gesetzt. Die Venture-Capital-Initiative stellt insgesamt 15 Mio. Euro Risikokapital für junge Hightech-Unternehmen zur Verfügung. Damit leistet AWS einen weiteren Beitrag, um die in diesem Bereich bestehende Finanzierungslücke zu traditionellen Finanzierungsinstrumenten wie zum Beispiel dem Kredit zu schließen und die Realisierung Erfolg versprechender Ideen zu unterstützen.
Als Wissenschaftsministerin unterstütze ich meinen Kollegen Mitterlehner – und das im besten Sinne des Wortes nicht ganz uneigennützig: Denn viele der jungen Unternehmen stammen direkt oder indirekt aus den Universitäten. Daher ist es mir ein Anliegen, dass dieser Bereich durch diese Initiative über AWS gefördert wird.
Spitzenforscher wie Josef Penninger äußern immer wieder Reue, nach Österreich zurückgekommen zu sein. Was wollen Sie tun, damit Österreich für Forscher und Spitzenforscher noch attraktiver wird?
Entsprechende Rahmenbedingungen sind für Forscherinnen und Forscher essenziell, keine Frage. Österreich leistet daher einen entsprechenden Beitrag und kann Top-Forscherinnen und Forscher in Österreich halten beziehungsweise nach Österreich holen. Erst jüngst hat auch Wittgenstein-Preisträger Jürgen Knoblich die Rahmenbedingungen gelobt.
Josef Penninger ist es gelungen, mit dem von ihm geleiteten Forschungsinstitut IMBA am Campus Vienna Biocenter ein anregendes Milieu zu schaffen. Der Campus kann als ein erfolgreiches Beispiel eines Inkubators für exzellente Forschungsarbeit und Innovation im Bereich Life Sciences gesehen werden. Daher plant das Wissenschaftsministerium gemeinsam mit der Stadt Wien auch, über die nächsten zehn Jahre zusätzlich in Geräteinfrastruktur an diesem Standort zu investieren. Damit ist die Ausstattung des Campus mit modernster Technologie gewährleistet, und die Bedingungen für die Forschenden werden weiter verbessert.
Was planen Sie, um die immer wieder vorkommende Abwanderung von jungen Forschungstalenten zu verhindern?
Grundsätzlich ist die Mobilität von Forscherinnen und Forschern sehr positiv und bringt neue Impulse. Gerade die Forschung hat viel dazu beigetragen, dass Barrieren und Grenzen abgebaut wurden. Wir haben auch entsprechende Programme, etwa das Erwin-Schrödinger-Auslandsstipendium. Es ermöglicht jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Österreich die Mitarbeit an führenden Forschungseinrichtungen im Ausland. Um den Forschungsstandort Österreich für junge Forscherinnen und Forscher attraktiv zu machen, braucht es wie bereits erwähnt passende Rahmenbedingungen und Anreize, die wir auch entsprechend setzen.
Kommen wir zu den Universitäten: Wie wollen Sie die derzeitige verfahrene Situation an den Unis in den Griff bekommen, Stichwort alte Lehrpläne, massive Überlastung. Mit einer alleinigen Zugangsbeschränkung ist es wohl nicht getan, oder?
Ich sehe keine verfahrene Situation an allen Unis – wir haben sehr viele gut funktionierende Studiengänge. Probleme haben wir vor allem in den Massenfächern. Hier gilt es, bereits in der Studienwahlberatung anzusetzen. Jede Maturantin und jeder Maturant soll Bescheid wissen, welche Möglichkeiten es an den Unis gibt. Weiters bedarf es Maßnahmen bei der Bologna-Umsetzung. Dazu habe ich im Rahmen der Bologna-Konferenz in Wien unter dem Motto „Bologna reloaded“ ein Zehn-Punkte-Programm präsentiert.
Sie haben Gesprächsbereitschaft in Hinblick auf die Ihnen gegenüber kritisch gegenüberstehenden Studenten gezeigt und einen Tag vor dem Meeting mit den „Uni-Besetzern“ Ihre Pläne zur Zugangsbeschränkung veröffentlicht. War das als „taktischer Schuss vor den Bug“ geplant, und wie wollen Sie den Konflikt in den Griff bekommen?
Ich habe bereits bei meinem Amtsantritt betont: Mein Weg ist der Weg des Dialogs. Ich habe aber auch klare Meinungen und Positionen. Den Dialog habe ich bisher gelebt, etwa gab es gleich zu Beginn meiner Amtszeit ein Treffen mit der ÖH-Spitze, und ich war bei der akademischen Fragestunde der ÖH und der protestierenden Studierenden. Auch wenn ich mit den Studierenden in einigen Punkten nicht einer Meinung bin – wichtig ist der Austausch, die Diskussion. Es ist zudem vor allem meine Verantwortung, als zuständige Ministerin Pläne vorzulegen, um die Probleme in den Massenfächern in den Griff zu bekommen und die Qualität an den Unis weiter zu steigern.
Wenn es schon nicht genug Platz an den Unis gibt, warum werden nicht zuerst ausländische Studierende mit strengen Zugangskriterien faktisch „abgewehrt“?
Die Mobilität der Studierenden ist grundsätzlich sehr begrüßenswert und bekanntlich auch ein konkretes Ziel des Bologna-Prozesses. In manchen Fächern haben wir vermehrt Zustrom aus dem Ausland, etwa gibt es viele junge Deutsche, die in Österreich Medizin studieren möchten. Hier gibt es eine Quote, sodass für österreichische Studierende ein fixes Kontingent an Studienplätzen zur Verfügung steht. Das ist etwa in Hinblick auf die künftige medizinische Versorgung wichtig. Ich sage aber auch klar: Ich möchte, dass Studierende zu uns kommen der guten Bildung und Ausbildung wegen – nicht, um vor dem Numerus clausus zu flüchten.
In Deutschland gibt es den Numerus clausus, außerdem werden die Studenten je nach Studium bestimmten Unis bundesweit zugeteilt. Können Sie sich das langfristig auch für Österreich vorstellen?
Einen Numerus clausus für Österreich schließe ich aus. Eine konkrete Zuteilung von Studierenden ist derzeit nicht angedacht.
Stichwort Studiengebühren: Wäre es denkbar, dass Unis die Höhe von Studiengebühren selbst festsetzen können? Und wenn, welche Höhe wäre dabei denkbar?
Ich habe bereits mehrfach betont: Aus meiner Sicht sind Studienbeiträge sinnvoll, sie sind derzeit aber – auch aufgrund der fehlenden politischen Mehrheit – kein Thema. Sollte die SPÖ über ihren Schatten springen und, wie auch etwa die OECD empfiehlt, für Studienbeiträge stimmen, wird man auch über die Höhe diskutieren. Für mich steht jedenfalls außer Frage: Studienbeiträge müssen Hand in Hand mit einem Ausbau des Stipendienwesens gehen.
Sind Zugangsbeschränkungen unbedingte Voraussetzung für Studienplatzfinanzierung an den Unis, oder ist auch eine andere Übereinkunft denkbar?
Es gibt im internationalen Vergleich kaum ein Land, in dem die Studienplatzfinanzierung nicht im weitesten Sinne auch an gewisse Kapazitäten geknüpft ist. Die Frage ist: Was ist ein Studienplatz? Ist bereits jeder Studierende, der inskribiert ist, zu zählen? Oder wird ein gewisses Maß an Wochenstunden oder die Anzahl von Prüfungen herangezogen? Oder orientiert man sich an den Absolventenzahlen? Wir müssen uns bei der Studienplatzfinanzierung also zunächst mit der Definition von „Studienplätzen“ beschäftigen, eng verknüpft mit den Ressourcen und Studierendenzahlen.
Ist Studienplatzfinanzierung bei den nächsten Leistungsvereinbarungsverhandlungen ein Thema?
Derzeit laufen in meinem Ministerium – wie auch im Regierungsprogramm vorgesehen –Vorarbeiten in Richtung Studienplatzbewirtschaftung. Man wird sehen, wie weit sie bis zum Beginn der nächsten Leistungsvereinbarungsverhandlungen fortgeschritten sind.
Wie steht es mit den Grundlagen vonseiten der Unis: Ist eine Kosten- und Leistungsrechnung bei den Unis bis dahin vorhanden?
Die Kosten- und Leistungsrechnung ist grundsätzlich ein Instrument, das den Unis helfen soll, ihre Mittel optimal einzusetzen und die tatsächlichen Kosten zu berechnen. Insofern sehe ich die Kosten- und Leistungsrechnung als eine von mehreren wichtigen Voraussetzungen für die Unis …
… zu denen auch der neue Uni-Kollektivvertrag gehört. Sind Sie zufrieden damit? Wissenschaftler kritisieren, die Excellenz steht wieder nicht im Mittelpunkt, das schafft eh jeder.
Der Uni-Kollektivvertrag wurde zwischen dem Dachverband der Unis und der Gewerkschaft nach sechs Jahren unter Dach und Fach gebracht und war ein wichtiges Signal für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Alle 21 Unis haben zugestimmt – auch der Anschub- beziehungsweise Teilfinanzierung durch das Wissenschaftsministerium. Die Unis haben sich in Eigenverantwortung für den Kollektivvertrag entschieden – diese Verantwortung erwarte ich mir von den Unis nun auch bei der Umsetzung.
Wie steht es mit der Stundenbelastung von Uniangestellten: Wie viel Zeit bleibt für Forschung, wie viel für Lehre? Sie sprachen in einem Interview mit der Zeitung „Die Presse“ von nötigen Reparaturen.
Die forschungsgeleitete Lehre liegt mir – gerade auch, weil ich selbst jahrelang Professorin an der Uni war – ganz besonders am Herzen. Es darf zu keiner Trennung von Forschung und Lehre kommen. Lehre und Forschung bedingen einander. Wir müssen aber auf ein Gleichgewicht achten. Den teils großen Anstieg bei der Zahl an Lektoren, die natürlich notwendig sind, um die Anforderungen der Massenuniversität zu bewältigen, sehe ich nicht ganz unproblematisch. Lektoren sind zweifelsfrei sehr wichtig, und sie machen eine sehr gute Arbeit an unseren Universitäten. Aber die Lehre kann nicht alleine von Lektoren bewältigt werden.
Die 40-Prozent-Frauenquote ist mit der letzten UG-Novelle ab 1. Oktober 2009 in Kraft getreten. Wie läuft die Entwicklung?
Wir hatten bereits ein erstes positives Beispiel: In der Curriculum-Kommission der Fakultät für Bauingenieurwesen der Uni Innsbruck wurde der Frauenanteil von null auf 44 Prozent gesteigert. Klar ist aber: Quoten allein sind zu wenig, es braucht weitere Maßnahmen. Im Wissenschaftsministerium gibt es zahlreiche Frauenförderungsmaßnahmen. Wir müssen vor allem auch das Bewusstsein weiter stärken.
Wie geht es mit der von Johannes Hahn gestarteten Initiative für gesetzliche Rahmenbedingungen zur Absicherung des Forschungsstandortes weiter?
Ich nehme an, Sie sprechen das von Gio Hahn initiierte Forschungsfinanzierungsgesetz an. Dazu laufen im Ministerium die entsprechenden Vorarbeiten für einen Entwurf. Klar ist auch, dass wir die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen berücksichtigen müssen. Ich bin aber optimistisch, weil sich auch der Finanzminister für das Forschungsfinanzierungsgesetz ausgesprochen hat.
Stichwort Cern: Johannes Hahn wollte austreten, Werner Faymann hat nach Intervention von Erwin Pröll, der Angst um den Forschungsstandort Wiener Neustadt hatte, Nein gesagt. Wie denken Sie über Cern?
Das Cern ist sicherlich eine spannende Forschungseinrichtung. Aber auch die Umsetzung zahlreicher Forschungsprojekte von der European Roadmap wäre absolut wünschenswert. Bides gleichzeitig schaffen wir budgetär leider nicht. Nun müssen wir bei der European Roadmap eben Abstriche machen.
Was sagen Sie als Wissenschaftsministerien zu den wiederholten milliardenschweren Bankunterstützungen und der parallelen überaus restriktiven Budgetpolitik im Bereich Wissenschaft und Bildung?
Man kann gar nicht genug in Wissenschaft und Forschung investieren. Sie können sicher sein, dass ich um jeden Cent kämpfen werde. Aber wir dürfen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht aus den Augen verlieren. Und es ist auch nicht zielführend, Äpfel mit Birnen zu vermischen und einzelne Bereiche gegeneinander auszuspielen.
Was haben Sie sich für Ziele und Aufgaben gesteckt – kurzfristig und langfristig für die gesamte Legislaturperiode?
Für mich ist zentral, dass wir die Qualität an den Hochschulen weiter ausbauen und den Forschungsstandort Österreich weiterhin stärken, um auch auf europäischer Ebene und international mitspielen zu können. Ebenfalls Schwerpunkte sind die Frauen- und Nachwuchsförderung.
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